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Kampf gegen Rechts | 13.11.2019 (editiert am 15.11.2019)

Der stumpfe Stachel des linken Sektierertums

Die politische Debatte hat in Deutschland manchmal die Eigenart, sich durch Scheingefechte von wichtigeren Fragen ablenken zu lassen. So jüngst geschehen im Umfeld von Aktionen ‚antifaschistischer‘ Aktivisten.

Solche Aktivisten hatten teilweise unter Einsatz von Gewalt in Hamburg zwei Vorlesungen von Bernd Lucke verhindert beziehungsweise abgebrochen und in Göttingen eine Lesung des ehemaligen Innenministers Thomas de Maizière unterbunden.

In Reaktion hyperventiliert der deutsche Meinungsmarkt. Den Aktivisten wird vorgeworfen, Nazi-Methoden anzuwenden oder zumindest die Meinungsfreiheit zu gefährden. So kritikwürdig das Vorgehen der Hamburger Aktivisten auch sein mag, so wenig reicht es Nazi-Methoden heran. Und niemand wird durch die zu Recht kritisierte Aktion gegen de Maizières Lesung daran gehindert, sein Buch zu lesen.

Bedenklich ist vielmehr, dass in nicht wenigen linken und linksliberalen Kreisen das Vorgehen der übergriffigen Aktivisten auf offene Zustimmung stößt. Nicht nur befürwortet man solche Aktionen und applaudiert ihnen im Privatgespräch oder in der Teilöffentlichkeit sozialer Netzwerke. Man deutet sie auch unausgesprochen oder ausdrücklich als Erfolg im Kampf gegen Faschismus, Rassismus oder – wie im Fall Lucke – auch gegen marktradikale Ökonomik.

Sollten sich solche Einschätzungen innerlinks mehrheitlich durchsetzen und – beflügelt von der gefühlten Unterstützung – sogar als Mittel der politischen Auseinandersetzung Schule machen, [...]

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