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Grundrente | 12.11.2019 (editiert am 13.11.2019)

Flickwerk

Der Kompromiss zur Grundrente ist ein Versuch, die mit der Agenda 2010 eingeleitete Absenkung des Rentenniveaus aufzuhalten. Zwar werden bis zu 1,5 Millionen Rentner bessergestellt, aber in der Form bleibt die Grundrente ein Flickwerk.

Nach zähen Verhandlungen verkündeten die Vorsitzenden der Unionsparteien und der SPD am Sonntagabend (10.11.2019) folgenden Kompromiss zur Grundrente:

„Rentnerinnen und Rentner, die 35 Beitragsjahre geleistet haben und deren Beteiligung unter 80 Prozent, aber über 30 Prozent des Durchschnittseinkommens liegen (= Durchschnittswert an Entgeltpunkten zwischen 0,3 und 0,8), erhalten in Zukunft mit der Grundrente einen Zuschlag. Dazu wird die Rente für höchstens 35 Jahre, jedoch maximal auf 0,8 EP hochgerechnet. Zur Stärkung des Äquivalenzprinzips wird der Zuschlag um 12,5 Prozent reduziert.“

Übersetzt in ein verständliches Deutsch heißt das: Wer 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll eine Rente von mindestens zwei Dritteln der Durchschnittsrente erhalten. Hinzu kommen erhöhte Freibeträge beim Wohngeld, leicht reduzierte Abzüge auf Betriebsrenten für die Krankenversicherung und eine Anhebung des Steuerfreibetrags von 360 auf 720 Euro.

Alles in allem sollen diese Maßnahmen etwa 1,5 Milliarden Euro kosten und vom Bundeshaushalt getragen werden. Das sind noch nicht einmal ein halbes Prozent des gesamten Rentenbudgets von 2018 (313 Milliarden Euro), [...]

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