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Moderne Wirtschaftssysteme | 07.11.2019 (editiert am 12.11.2019)

Kevin, lass uns über Sozialismus reden! – 3

Ist eine sozialistische Kapitalverwertungswirtschaft denkbar? Theoretisch ja. Ob sie auch praktisch wirklich werden kann, steht auf einem anderen Blatt. China könnte eine Vorreiterrolle übernehmen.

Die Grundlage für eine sozialistische Kapitalverwertungswirtschaft wäre eine andere sozialökonomische Einbettung des Kapitalverwertungssystems (wie in Teil 2 beschrieben). Das heißt, eine andere Art der Austragung von Interessenkonflikten – ohne die Dominanz von Geld und Macht. Die folgenden Voraussetzungen für ein solches System sind freilich spekulativ.

Dazu gehören selbständige Unternehmen, die autonom entscheiden und wirtschaften, deren Kapitalanteile aber von gesellschaftlichen Fonds und nicht von privaten Kapitaleignern gehalten werden. In Folge gäbe es keine privaten Kapitalrenditen, aber differenzierte Erwerbsarbeitseinkommen. Genauso gäbe es auch Unternehmensgewinne in den Unternehmen und Transfers an den Staat.

Die Einnahmen der Unternehmen würden nach dem Erfolg ihrer Innovationen unterscheiden. Den temporären Innovationsgewinn nach Schumpeter sollte es also auch in einem sozialistischen Kapitalverwertungssystem geben. Das würde bedeuten, dass die Belegschaften erfolgreicher Betriebe ein zusätzliches übertarifliches Einkommen erzielen. Zugleich würde aber auch ein Teil dieser Innovationsrendite für allgemeine Aufgaben verwendet.

Die Teilhabe durch Lohn und Konsum, das Recht auf Arbeit wären also systemimmanent. Gewährleistet wäre diese Teilhabe auch durch die Mitbestimmung in Unternehmen durch Belegschaften. [...]

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