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Editorial | 30.12.2019 (editiert am 06.01.2020)

Rück- und Ausblick durchs MAKROSKOP

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Wir möchten das zum Anlass nehmen, uns bei Ihnen für Ihr Interesse an unserer Arbeit und Ihre Unterstützung für unser Projekt herzlichst zu bedanken. Vor allem aber wollen wir Ihnen allen persönlich einen GUTEN RUTSCH ins Neue Jahr wünschen!

MAKROSKOP und seine Autoren werden noch bis einschließlich 6. Januar eine Pause einlegen. Ab dem 7. Januar werden wir sie dann wieder mit neuen Berichten, Analysen und Kommentaren zu wirtschaftspolitisch relevanten Themen versorgen.

Die neoliberale Wirtschaftsordnung, die gerne als ein naturwüchsiger Prozess der Globalisierung beschrieben und legitimiert wird, zeigt unübersehbar Zeichen der Erschöpfung. Zu denken ist dabei an die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten, die Wahl von „Populisten“ in Italien und ihr Widerstand gegen die EU-Nomenklatura, neue soziale Bewegungen, wie die Gilet Jaunes oder die Fridays for Future, den Brexit u.v.a. mehr. Ob sie allerdings Zeichen für gesellschaftliche Entwicklungen sind, die man begrüßen sollte, ist dagegen durchaus mit einem großen Fragezeichen zu versehen.

Der Widerstand gegen den Neoliberalismus scheint uns vielfach richtungslos. Was nach unserer Meinung weniger mit einem oft beklagten Mangel an gesellschaftlichen Utopien als vielmehr an einem fehlenden Verständnis der Politischen Ökonomie des Neoliberalismus erklärt werden muss. Der Wirtschaftsjournalismus in Deutschland hat nichts getan, um ein solches Verständnis zu befördern. Er hat im Gegenteil alles dafür getan, das TINA-Mantra zu verbreiten, das das Denken der Mehrheit aller Bürger noch immer fest im Griff hat.

Zu diesem Art von Wirtschaftsjournalismus wollen wir eine Alternative bieten. Wir haben gezeigt, das die sogenannten „Sachzwänge“ der globalisierten Weltwirtschaft, von denen uns unablässig erzählt wird, Resultate politischer Entscheidungen sind und es daher durchaus Alternativen gibt, die sich im Hier und Jetzt verwirklichen lassen:

  • Arbeitnehmer müssen nicht immer flexibler werden. Im Gegenteil, Arbeitsplätze müssen besser und sicherer werden.
  • Der Arbeitsgesellschaft geht keineswegs die Arbeit aus. Der Staat kann und muss nur wieder seiner Verantwortung für die Vollbeschäftigung gerecht werden.
  • Die gesetzliche Rente, gute Infrastruktur und gute Bildung scheitern nicht an ihrer Finanzierbarkeit. Vielmehr scheitern sie am Mythos der Schwarzen Null und einer dysfunktionalen Finanzordnung.
  • Die soziale Frage ist nicht gelöst, sondern stellt sich nach vierzig Jahren Neoliberalismus mit großer Dringlichkeit. Diese Aufgabe kann nur von einem Nationalstaat bewältigt werden, der sich am Gemeinwohl orientiert.

Von den über 500 Artikeln, die unsere Autoren zu diesen und anderen Themen allein im letzten Jahr verfasst haben, möchten wir Ihnen als keine Auswahl 17 Artikel auf unserer Startseite zur nochmaligen Lektüre empfehlen. Sie erlauben auch einen Ausblick auf die Themen, die uns mit Sicherheit auch im nächsten Jahr beschäftigen werden.

Mit besten Grüßen

Ihr MAKROSKOP-Team

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