www.istock.com/s:csfotoimages
Soziales | 19.12.2019

Marktwirtschaft retten?  – Grundbesitz sozialisieren!

Boden brauchen alle. Dafür zahlen wir einer kleinen, professionell organisierten Minderheit eine hohe Bodenbenutzungsgebühr. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun, mit sozialer Ungerechtigkeit dagegen viel.

Genaues weiß man nicht. Doch zumindest die gigantischen Größenordnungen können wir erahnen: Gemäß dem Immobilienberater WüestPartner liegt der Marktwert aller Wohn-. Büro- und Verkaufsflächen (aber ohne Fabrikanlagen) in der Schweiz aktuell bei 3.756 Milliarden Franken. Gemäß dem Bundesamt für Statistik beträgt der Wert aller Hochbauten (mit Fabriken) aber nur 882 Milliarden. Differenz 2.874 Milliarden.

Ergo hat der Schweizer Boden, auf dem die Wohn- Büro und Verkaufsflächen stehen, einen Marktwert von rund 2900 Milliarden. Davon dürften etwa 40% im Eigenbesitz und damit  dem Markt entzogen sein. Damit bleiben kommerzialisierte Grundstücke im Wert von 1.580 Mrd. Franken. Ebenfalls bei WüestPartner lesen wir, dass die Anleger bei den Wohnimmobilien eine Nettorendite von 3,7% erwirtschaftet haben. Bezogen auf die 1.580 Mrd. Franken heißt das, dass die Grundbesitzer bei den Mietern, Ladenbetreibern etc. jährlich gut 50 Milliarden Franken als leistungslose Abgaben eintreiben können. Das entspricht in etwa der Summe, die der Staat in Form von direkten Steuern kassiert  – dafür aber wertvolle Gegenleistungen bietet.

Die Zahl von gut 50 Milliarden ist insofern theoretisch –als nicht alle Vermieter ihre Rendite maximieren wollen. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitisch relevante Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren – Quer- und Weitdenkern –, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkbaren aus. Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Das verschafft uns nicht nur Freunde.

Wenn Sie uns gerade deswegen unterstützen möchten, dann folgen Sie einfach dem Button. Alle Abonnements beginnen ganz unverbindlich und sofort kündbar mit einer zweiwöchigen Testphase.

Testen Sie Makroskop

Anmelden