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Interview | 27.12.2019 (editiert am 30.12.2019)

„Wer die Macht von Nationalstaaten leugnet, der verwechselt die Realität mit seinem Traum“

In ihrem Buch „Gescheiterte Globalisierung kritisieren Heiner Flassbeck und Paul Steinhardt eine ökonomische Weltordnung, die nur zum längerfristigen Nachteil aller funktionieren könne. Mit den beiden Autoren sprach Sebastian Puschner.

Herr Flassbeck, Herr Steinhardt, ist Donald Trump ein guter Wirtschaftspolitiker?

Flassbeck: (lacht) Das ist er sicher nicht. Aber er hat ein Gefühl dafür, dass bestimmte Dinge nicht in Ordnung sind. Dazu gehört der sogenannte Freihandel.

Steinhardt: Und wenn Sie die ersten Äußerungen gehört haben von Peter Navarro, einem der wichtigen Wirtschaftsberater Trumps, wird deutlich, dass in Teilen der Trump-Administration erkannt wurde, dass auf lange Frist Leistungsbilanzdefizite schädlich für eine Volkswirtschaft sind. Denn es werden Produktionskapazitäten ins Ausland verlagert, ohne dass neue im Inland aufgebaut würden.

Ist Olaf Scholz ein guter Finanzminister?

Flassbeck: Das kann man nicht beurteilen, weil er noch nichts Relevantes gesagt hat. Vielleicht wird er irgendwann mal was sagen, dann könnte man das womöglich beurteilen. Aber bisher hat er nur die Schwarze Null beschworen. Und daran bemessen, ist er kein guter Finanzminister, weil er das Entscheidende nicht verstanden hat.

Wie bewerten Sie Olaf Scholz’ Haltung zur internationalen Kritik an den deutschen Leistungsbilanzüberschüssen? [...]

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