Alban William Housego Phillips
Geldpolitik | 13.12.2019

Wer glaubt noch an die Phillipskurve?

In der goldenen Ära des Kapitalismus glaubte man, zwischen fünf Prozent Inflation oder fünf Prozent Arbeitslosigkeit wählen zu können. Das Gesetz der Phillipskurve brach schnell zusammen, Anhänger hat sie trotzdem noch.

Der auf den ersten Blick sperrige und trockene Titel „The Relationshiop between Unemployment and the Rate of Change of Money Wages in the United Kingdom, 1861-1957“ passt so gar nicht zum bewegten und abenteuerlichen Leben des Autors. Und auch nicht zu den Konsequenzen, die der 1958 in der renommierten Fachzeitschrift Economia erschienene Artikel für die Weltökonomie haben wird.

Als junger Mann verdingte sich Alban William Housego Phillips noch als Bergarbeiter und Krokodilsjäger und verbrachte während des Zweiten Weltkriegs dreieinhalb Jahre in japanischer Kriegsgefangenschaft. Und jetzt macht sich der in Neuseeland geborene Brite in der Ökonomenzunft schlagartig einen Namen. Und was für einen – seine Publikation wird der meistzitierte makroökonomische Titel des 20. Jahrhunderts werden.

Denn im Grunde sagt der Titel schon alles: Phillips meint einen inversiven Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Nominallöhne und der Arbeitslosigkeit feststellen zu können: Je höher die Arbeitslosigkeit, desto niedriger die Löhne und umgekehrt. Er hält diese Korrelation für stabil, weil gesetzmäßig, indem er die durchaus plausible Hypothese vertritt, [...]

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