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Kommentar | 07.01.2020

Der Zombiekapitalismus muss sterben!

Lesen Sie von „Zombies“ im Kontext politökonomischer Diskussionen, sollten Sie misstrauisch werden. Meist verbirgt sich dahinter eine ungerechtfertigte marktradikale Kritik an der Nullzinspolitik der EZB. Allerdings auch nicht immer …

Ich muss gestehen, dass mich Horrorfilme bislang nur sehr wenig interessierten. Was dort als Horror inszeniert wird, hat mich nie in Angst und Schrecken versetzt, sondern schon nach wenigen Minuten furchtbar gelangweilt. Womöglich habe ich deshalb versäumt, den „Zombiekapitalismus“ als gesellschaftliches Problem wahrzunehmen?

Möglicherweise war dieses Versäumnis aber einfach nur meinem Vorurteil geschuldet, die Rede von „Zombies“ im Kontext politökonomischer Diskussionen als einen sicheren Hinweis einer unsachgemäßen Kritik von Marktradikalen an der Nullzinspolitik der EZB zu interpretieren?

Bestätigt fand ich jedenfalls mein Vorurteil bei der Lektüre eines kürzlich veröffentlichten Artikels in der Welt, in dem man tatsächlich über die relativ geringe Zahl von Unternehmensinsolvenzen in Deutschland wie folgt klagen lässt:

„Für Arbeitnehmer ist es zwar immer eine gute Nachricht, wenn ihr Job sicher bleibt, Wirtschaftswissenschaftler warnen jedoch davor, dass Marktaustritte ebenso sehr zur Marktwirtschaft gehören wie möglichst leichte Markteintritte.“

Ja, es gibt „Wirtschaftswissenschaftler“, die Arbeitslosigkeit als Zeichen einer gesunden Volkswirtschaft erachten. [...]

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