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Kroatien | 14.01.2020

Die Doppellast der EU-Grenzpolitik

Fest steht, dass die Freizügigkeit innerhalb der EU nur aufrechterhalten werden kann, wenn das System der Außengrenzen funktioniert – und andere, die ärmeren Regionen, die unfeine Arbeit der Abwehr erledigen.

Kroatien, sagte die neue EU-Kommissarin Dubravka Suica, nachdem sie im September ihr Amt angetreten hatte, werde sich für eine Erweiterung der Union einsetzen. Ihr Land wolle nicht der Grenzschutzbeamte an der Außengrenze der EU bleiben.[1] Ähnlich äußerte sich auch die Regierung in Zagreb, die mit dem Antritt der EU-Ratspräsidentschaft am 1. Januar das Ziel verbunden hat, das Aufnahmeverfahren Albaniens und Nordmazedoniens zu beschleunigen.

Suicas Aussage ist heikel, denn sie erinnert daran, dass es vor allem die Staaten in Südosteuropa sind, die die Widersprüche und Defizite der EU-Grenzpolitik zu spüren bekommen. Viel zu selten wird hierzulande darüber berichtet, was die Strategie der EU – Freizügigkeit nach Innen und Abwehr des Migrationsdrucks von außen – für die Regionen an der Peripherie des Kontinents bedeutet.

In einem Essay mit dem Titel, „Kroatien- Grenzer Europas“[2], beschäftigen sich die Wissenschaftler Vanessa und Mladen Pupavac von der Universität Nottingham mit dem doppelten Migrationsdruck als Folge dieser Strategie. Da ist zum einen die anhaltende Auswanderungswelle, [...]

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