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Ethik der Migration | 28.01.2020 (editiert am 04.02.2020)

Die Pflicht zur Hilfe für Menschen in Not

Politisch Verfolgte genießen Asyl. So sagt es lapidar unser Grundgesetzes. Der Artikel kennt keine Obergrenze. Gleichwohl sind – mit Blick auf die sichtbar gewordenen Probleme und der großen Anzahl von aus ihren Heimatländern Geflüchteten – mittlerweile viele der Meinung, dass es eine Obergrenze geben muss.

Und das aus zwei Gründen:

  1. Einige sagen: Es ist zwar unsere moralische Pflicht, allen Bedrohten zu helfen, aber wir können es nicht. Das würde unsere Ressourcen überfordern und die politische Stabilität unseres Landes gefährden.
  2. Andere bezweifeln, dass ihre moralische Pflicht, Notleidenden zu helfen so umfassend ist. Solche Hilfspflichten, so deren Überzeugung, beziehen sich eher auf Personen, mit denen wir in einer irgendwie engeren Beziehung stehen.

Es ist aber weder klar, wo das Nicht-Können beginnt, noch was eine zum Helfen verpflichtende engere Beziehung eigentlich ausmacht. Was also verlangt die Moral hinsichtlich des Umgangs mit Notleidenden von uns?

Hilfspflichten nach dem Kontraktualismus

Moralisch richtig und gültig sind diesem Ansatz zufolge nur solche Regeln, denen die der Regel Unterworfenen entweder direkt zugestimmt haben oder die im Rahmen einer Prozedur beschlossen wurden, der die Unterworfenen zugestimmt haben. Ein Kontraktualist wird einer Regel und deren Etablierung als Gesetz nur dann zustimmen, [...]

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