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Arbeit | 21.01.2020 (editiert am 27.01.2020)

Die räumliche Dimension der Arbeit

Der Kampf um die Arbeit ist zu einem sozial und ökologisch ruinösen Standortwettbewerb geworden. Das Dilemma löst sich auf, wenn man sich an die räumliche Dimension der Arbeit erinnert und die lokale Nachfrage wieder zum Motor der bezahlten und der unbezahlten Arbeit macht.

Der laut NZZ „prominente“ US-Ökonom Bryan Caplan ist da dezidiert anderer Meinung:

„Der Wohlstandsgewinn entsteht dadurch, dass Leute aus Orten mit geringer Produktivität an solche mit höherer Produktivität wandern“

postuliert er. Und bringt ein konkretes Beispiel:

„Wenn jemand von Albanien in die Schweiz kommt, wird sein Verdienst stark steigen, weil er in der Schweiz produktiver ist als in seinem Geburtsland. Immigration erhöht deshalb die Produktivität der Menschheit.“

Auf die Frage der NZZ, um wie viel denn die Wohlfahrt steigen würde, zitiert Caplan einen gleichgesinnten Kollegen mit der Aussage, dass der „Wohlstandsgewinn offener Grenzen die Hälfte bis das Anderthalbfache der Weltwirtschaftsleistung beträgt.“ Auf Nachfrage räumt er ein, dass das wohl ein wenig dauern würde.

Diese Zitate sind typisch für die wahnhafte Überzeugung der modernen Ökonomik, wonach in unserer globalisierten Welt – unabhängig von der Nachfrage – alles überall produziert werden kann, [...]

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