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Zinshysterie im Ersten | 31.01.2020 (editiert am 03.02.2020)

Muss die Politik uns vor den Minuszinsen retten?

Ob es die Zinsdiskussion auf MAKROSKOP war, wissen wir nicht. Aber das Thema brennt nun allen so unter den Nägeln, dass darüber „Hart aber fair“ „informiert“ und „diskutiert“ werden muss.

So ändern sich die Zeiten. Zinsen galten den „Trägern“ unserer Zivilisation noch als moralisch äußerst zweifelhaftes Phänomen. Heute dagegen empört man sich darüber, dass Mario Draghi das Bundesverdienstkreuz verliehen werden soll. Draghi, der doch nachweislich „für eine Art schleichender Enteignung all jener steht, die vorausschauend zurückgelegt, gespart und für das Alter investiert haben“.

Markt und Zins

Wer spart, dem stehen nach Meinung des CSU-Generalsekretärs Markus Blume als Belohnung für diese Leistung Zinsen zu. Werden nun aber mit Negativzinsen diese Leistung nicht mehr honoriert, sondern gar sanktioniert, dann werde der sozialen Marktwirtschaft der Boden unter den Füßen gezogen:

„Die soziale Marktwirtschaft lebt von dem Grundsatz, dass sich Leistung lohnt“ und daher gelte auch, dass „sich Sparen lohnen muss.“

Auf Basis der in diesem Zitat mehr oder weniger offen gelegten Prämissen kann seine Schlussfolgerung nicht mehr verwundern:

„Wir müssen die Zinswende hinbekommen.“

Aristoteles dagegen hätte das Bundesverdienstpreis für Draghi wohl uneingeschränkt befürwortet. [...]

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