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Soziales | 07.01.2020

PISA-Testung, Mittelmaß und „umgekehrte“ Fragen

Zwar ist die Schule ein wichtiger und unverzichtbarer Lebensbereich, um Wissen und kulturelle Fertigkeiten zu erwerben, aber bei weitem nicht der einzige. Kinder und Jugendliche brauchen nicht den ganzen Tag über Schulunterricht, sondern auch genügend Zeit für Familie, Freundschaften und Natur.

„PISA-Klatsche“, „Dramatische Mittelmäßigkeit“, „Experten geschockt“,„Deutsche Schüler fallen zum zweiten Mal in Folge weiter zurück“, so lauteten im Dezember 2019 die Schlagzeilen zur Veröffentlichung der siebten PISA-Testung. Unsere 15-jährigen Schüler*innen erreichten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wieder nur Leistungen knapp über dem OECD-Durchschnitt. Also nichts anderes als Mittelmaß, und das im ehemaligen Land der „Dichter und Denker“, bei großem Abstand zur Weltspitze und einem ausgesprochen hohen Anteil von Schüler*innen mit äußerst mangelhaften Leistungen. So schaffte jede*r Fünfte Jugendliche in den Lesefertigkeiten nur das Grundschulniveau oder scheiterte in Mathematik und Naturwissenschaften schon an einfachen Aufgaben.

Ungerechtigkeit

Im selben Atemzug wurde, wie bei bisher jedem PISA-Vergleich, von den meisten Politiker*innen die Ungerechtigkeit des deutschen Bildungssystems beklagt: Der Schulerfolg – in der jetzigen Testung ganz besondere das Leseverständnis – hängt weiterhin stark von der sozialen Herkunft der Schüler*innen ab.

Es darf – lautete es „im Chor“ – nicht sein, dass Kinder von gebildeten und vor allem wohlhabenden Eltern deutlich bessere Chancen für Schullaufbahn und Beruf haben! [...]

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