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Wer wem das Milliardengrab schaufelt

Deutschland und die Schweiz erzielen auf ihre Kapitalexporte weit unterdurchschnittliche, im Falle der Schweiz gar negative Renditen. Kein Wunder, denn chronische Überschussländer legen ihr Geld notgedrungen in chronischen Schuldnerländern an.

Deutschland und die Schweiz haben zwei Dinge gemeinsam: Zum einen ihren chronischen Leistungsbilanzüberschuss. Deutschland seit 2002, die Schweiz sogar seit rund 40  Jahren. Gemeinsam sind ihnen auch die Argumente, mit denen die jeweiligen Ökonomen oder ökonomischen Institutionen diese Überschüsse rechtfertigen. Beide betonen die „demographische“ Notwendigkeit, Reserven für eine überalternde Gesellschaft zurückzulegen. Bei der Deutschen Bundesbank tönt das so:

„Ältere, nicht mehr erwerbstätige Personen haben typischerweise in früheren Jahren Kapital für ihre Altersvorsorge angespart und verfügen im Durchschnitt daher über ein höheres Vermögen als jüngere Menschen, die noch am Beginn ihres Erwerbslebens stehen.“„Die heute schon vergleichsweise alte Bevölkerung in Deutschland würde für sich genommen sogar ein Netto-Auslandsvermögen von über 100 Prozent des BIP erklären“, schreiben die Fachleute. Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsprojektionen der Vereinten Nationen erwartet die Bundesbank, dass das deutsche Netto-Auslandsvermögen in den kommenden 20 Jahren noch weiter steigen wird.“

Genau gleich tönt es aus der Schweiz:

«Für ein Land mit einer jungen Bevölkerung kann es sinnvoll sein, sich für zusätzliche Investitionen im Ausland zu verschulden und die Schulden später aus dem Produktionserlös zu begleichen»,

[...]

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