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Geldpolitik | 21.02.2020 (editiert am 24.02.2020)

Brauchen wir weitere Zinssenkungen? – 2

In Krisensituationen gäbe es keine Alternative zur Geldpolitik, so die These Kenneth Rogoffs. Er fordert, den Leitzins noch weiter in den negativen Bereich zu drücken.

Kenneth Rogoff steht vor einem Dilemma: Wie die Situation in der Eurozone und in Japan zeigt, sind die Zentralbanken nicht in der Lage, mit ihrer Geldpolitik die Inflationsrate verlässlich zu steuern – zumindest können sie offenbar keine Inflation erzeugen. Die Schlussfolgerung liegt also nahe, dass sich die Geldpolitik als weniger effektiv erwiesen hat, als man gemeinhin glaubte.

Doch das kann Rogoff unmöglich eingestehen: Denn die neoliberale Ära war geprägt von einem Wechsel von der Fiskalpolitik hin zur Geldpolitik. Diskretionäre Fiskalpolitik galt nunmehr als schwerfällig und wenig wirksam im Vergleich mit der Geldpolitik (neukeynesianischer Konsens), so dass sich Konjunkturpolitik in den letzten Jahrzehnten größtenteils auf geldpolitische Maßnahmen konzentrierte (vgl. auch Horn et al. 2014). Und nun soll auf einmal Geldpolitik kein sehr effektives Instrument zur Beeinflussung der wirtschaftlichen Aktivitäten und des Preisniveaus mehr sein?

Wo liegen die Ursachen für die Niedrigzinsen?

Das kann und darf nicht wahr sein. Also behauptet Rogoff, dass die (expansive) Geldpolitik der Zentralbanken gar nicht die Ursache der extrem niedrigen Zinsen sei. [...]

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