Teufelspakt zwischen Faust und Mephisto
Neoliberale Globalisierung | 07.02.2020 (editiert am 14.02.2020)

Wie hast Du´s mit dem Kapital?

Der Neoliberalismus hat zwei Denkstile verändert, die einmal kapitalismuskritisch waren. Heute erkennen Linke und Konservative ihre eigenen Widersprüche nicht und sorgen so für eine gefährliche Repräsentationslücke.

Bevor alles in diffuse politische Mosaike zerbröselte, kannte man die politische Landschaft noch – klar geordnet – dergestalt: Linke wollen den Kapitalismus überwinden, oder doch so kontrollieren und regulieren, dass alle etwas von seiner Produktivkraft abbekommen. Emanzipation, Freiheit und Gleichheit seien nicht nur maßgebend für gesellschaftliches Fortkommen. Der Mensch als rationales und vernunftbegabtes Wesen strebe auch dorthin.

Konservative dagegen misstrauen allen Arten von Gleichmacherei, hochtrabenden Plänen und Utopien. Ihnen war schon immer klar: Grenzenlose Freiheit ist mit Chaos und Anarchie gleichzusetzen. Der Mensch – letztlich nicht mehr als ein komplexes Säugetier. In den Worten des wohl größten Konservativen Johann Wolfgang von Goethe: „Es irrt der Mensch, solang er strebt.“ Schon deswegen erkennt man Grenzen als notwendiges soziales und geographisches Regulativ. Institutionen sind demnach unerlässlich für eine funktionierende Gesellschaft. Rollen, Normen und Traditionen geben hier den Menschen Ordnung, Lebenssinn und Lebenszweck.

Das liberale Kartell

Seitdem hat sich viel verändert. Als ob es einen faustischen Pakt oder trumpischen Deal der beiden Lager gegeben hätte. Konservative und Linke einigten sich auf die Anerkennung der Hegemonie des Liberalismus, [...]

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