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Corona-Krise | 20.03.2020 (editiert am 23.03.2020)

Die Coronakrise, die Ethik und der Wert eines Menschenlebens

Sind die Maßnahmen vieler Regierungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus als Gesundheitsdiktatur zu kritisieren und wäre die Durchseuchung nicht geradezu ethisch geboten?

Ein Virus verändert gerade die Welt. Es tut dies in einem epochalen Ausmaß, wie es weder die Flüchtlinge noch der Klimawandel vermocht haben. In der Süddeutschen Zeitung hat die philosophische Verdauung der Coronakrise begonnen. René Schlott warnt am letzten Dienstag in einem Zwischenruf, die offene Gesellschaft würde „erwürgt, um sie zu retten“.

Hier kehrt das Dilemma zwischen Freiheit und Sicherheit wieder, das auch die Debatte um den richtigen Umgang mit dem Terrorismus prägt. Zwar folgt René Schlott etwas zu sehr dem Alarmismus 2. Art, also der übertriebenen Warnung davor, dass sich die Regierungen gerade in Sachen Gesundheitsdiktatur üben – das Pendant zum Alarmismus 1. Art, dass wir alle am Virus sterben und die Regierung am besten alle Kranken in Lager stecken sollte. Aber die von René Schlott aufgerufene Frage danach, was die Coronakrise von unserem Verständnis von Liberalität übrig lässt, ist natürlich trotzdem berechtigt.

Etwas unbehaglich darf einem schon werden, wenn mit dem Rechtsinstrument der „Allgemeinverfügung“, einer Form des Verwaltungsakts nach § 35 VerwVfG, [...]

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