Spieckers Corner | 04.04.2020

Die monetäre Brücke über den Corona-Abgrund

Die akute ökonomische Krise ist gewaltig. Aber es ist keineswegs klar, wie es nach dem Shutdown weitergeht. Wie lange es dauert, bis die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, hat die Politik in der Hand: Baut sie jetzt eine großzügige monetäre Brücke, kann der Schaden in Grenzen gehalten werden.

Bei der Vorstellung des Sondergutachtens zur Corona-Krise hat Volker Wieland, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, einen Vergleich angestellt, um die Größenordnung der anrollenden Wirtschaftskrise einzugrenzen. Laut Süddeutscher Zeitung sagte er, dass kein Krieg sei. „Im Krieg nämlich wäre der Kapitalstock zerbombt, oder Mitarbeiter wären an der Front … Das spricht für eine V-Entwicklung.“

Mit V-Entwicklung meinte er ein Szenario des wirtschaftlichen Verlaufs, bei dem nach einem mehr oder weniger heftigen Absturz (der Rat hält die Variante „weniger heftig“ für die wahrscheinlichste) ein kräftiges Wiederanlaufen der Wirtschaft in den Monaten nach Beendigung der Shutdown-Maßnahmen einsetzt.

Dass die Sachverständigen die Dimension der Krise erheblich unterschätzen, haben Heiner Flassbeck und ich bereits letzten Dienstag angemerkt. Der Bundeswirtschaftsminister hat die Prognosen des Rats schon vier Tage nach deren Veröffentlichung offenbar ad acta gelegt, als er erklärte, das Bruttoinlandsprodukt könne in diesem Jahr noch stärker schrumpfen als während der Finanzkrise 2009. [...]

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