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Demografie und Rente  | 02.04.2020

Das Bild des Alterns als Horrorgemälde

Mit Zukunftsrechnungen und Statistiktricks wird ein düsteres Bild des demografischen Wandels gezeichnet. Dabei müssen wir bis 2060 jedes Jahr nur einen von 335 Erwerbsfähigen wegen der Alterung ersetzen.

Seit Sommer 2018 tagt im Auftrag der Bundesregierung die „Rentenkommission Verlässlicher Generationenvertrag“ – kurz „Rentenkommission“. Dort debattieren Politiker, Wissenschaftler, Arbeitgeber und Gewerkschafter über die Zukunft der Alterssicherung. Eine entscheidende Rolle in den Debatten der Kommission spielt vor allem eines: die Frage der demografischen Entwicklung und insbesondere die Alterung der Gesellschaft.

Letztere wird in der heutigen demografischen Diskussion überwiegend vor allem unter negativen Vorzeichen betrachtet. Wird das Bild der „Überalterung“ heute auch nicht mehr so dramatisch gezeichnet wie in den frühen 2000er Jahren, so wird doch oft – viel zu oft – über die angeblich nicht mehr zu bewältigende Last gesprochen: zu viele Rentner, zu viele Pflegebedürftige sprengen angeblich den finanziellen Rahmen oder gehen zu Lasten der jungen Generation.

„Der letzte Deutsche – Auf dem Weg zu Greisenpolitik“, so titelte der Spiegel im Jahr 2004. In der Bildzeitung hieß es 2007 in einer Besprechung über einen erschreckenden dreiteiligen DOKU-Thriller im ZDF:

„Millionen Deutsche waren gestern Abend geschockt vom ersten Teil der ZDF-Serie ‚2030 – Aufstand der Alten‘.

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