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Ohne Monetäre Staatsfinanzierung | 04.04.2020 (editiert am 07.04.2020)

Mit Vollgas in den Abgrund

Wenn jetzt nicht rasch verstanden wird, dass die Vorstellung, der Staat brauche das Geld seiner Bürger, ein Mythos ist, werden wir dafür sehr teuer bezahlen. Es steht nicht weniger als unsere Gesundheit und unser materieller Wohlstand auf dem Spiel.

Wie kann man die Reaktionen der deutschen Politik zur Bewältigung der Coronavirus-Epidemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen in einem Satz zusammenfassen?

In der Neuen Züricher Zeitung bin ich bei der Suche nach einer passenden Formulierung fündig geworden:

„Religiöser Obskurantismus, ideologische Verbohrtheit und politische Rücksichtnahme hindern […] daran, auf die Corona-Epidemie angemessen zu reagieren.“

Freilich hatte der Autor dieser Zeilen damit nicht Deutschland im Blick. Er bezog sich mit seiner Aussage auf den Umgang des Irans mit der Coronakrise. Nun ist nicht zu bestreiten, dass das „Mullah-Regime“ sich ganz erheblich von unserem vom Neoliberalismus in all seinen Varianten durchdrungenen politischen System unterscheidet. Allerdings zeigt sich in der Coronakrise, dass auch der Neoliberalismus als ein System „realitätsverachtender Frömmigkeit“ zu beschreiben ist, das ebenfalls eine wirksame Eindämmung der Epidemie verhindert.

Neoliberale Verbohrtheit

Es kann nach den Erfahrungen aus  China nicht der geringste Zweifel bestehen, dass nur ein wirklicher „Shutdown“ dem Spuk ein Ende bereiten kann. [...]

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