Corona-Krise | 10.04.2020 (editiert am 14.04.2020)

Über die Herstellung von Normalität

Stillschweigende Annahmen geraten gegenwärtig ins Wanken – und damit unsere Auffassung von Normalität und Stabilität. Für manche ist das Anlass, den »Abschied vom Frieden« einzufordern.

Normal ist etwas, so die Auskunft des Großen Dudens, wenn es der Norm entspricht. Doch was ist die Norm bezüglich unserer Lebensverhältnisse beziehungsweise der Umwelt, in der wir leben? Normalerweise machen wir uns darüber keine Gedanken. Das tun wir erst, wenn wir etwas als nicht (mehr) normal empfinden und das tritt meist ein, wenn etwas nicht der Gewohnheit entspricht. Das führt oft zu Irritationen, zu Ärger oder auch Angst; etwa, wenn es, wie Martin Heidegger schon bemerkte, dem »zuhandenen Zeug« am »Zuhandensein« gebricht:

»In solchem Entdecken der Unverwendbarkeit fällt das Zeug auf. Das Auffallen gibt das zuhandene Zeug in einer gewissen Unzuhandenheit«[1]

Doch Normalität besteht auch im Zuhandensein von vielem, was jenseits der von Heidegger ausgiebig bedachten Welt der einfachen Dinge liegt. Normalität schließt die Verfügbarkeit von Strukturen und Diensten ein, hinter denen sich komplexe Abläufe und Funktionszusammenhänge verbergen. Wir erwarten nicht nur, dass das Gebäude, das ein Ladengeschäft beherbergt, über Nacht nicht zusammengebrochen ist, sondern dass letzteres pünktlich öffnet und die gewohnten Waren bereithält. Wir erwarten irrationaler Weise auch immer noch, dass Züge nach Fahrplan verkehren. Wir gingen bis vor kurzem davon aus, dass Kranke irgendwie schon behandelt und versorgt werden. Stillschweigende Annahmen, die gegenwärtig ins Wanken geraten.

Ein Verständnis von Normalität – darauf deuten schon die genannten Beispiele hin –, welches diese für einen statischen Zustand hält, muss sie verfehlen. Durch ein Heer von meist unsichtbaren Beschäftigten muss Normalität erst hergestellt werden.

Ihr Begriff steht in einem engen Zusammenhang mit einem weiteren: dem der Stabilität. Stabilität besteht weder darin, dass Stabiles unveränderlich, noch darin, dass seine Stabilität unbedingt gegeben wäre. In der Technik gilt ein System als stabil, wenn es unter auslegungsgemäßen Lasten im Bereich der auslegungsgemäß zulässigen Zustände verbleibt. In anderen Worten: Stabilität ist eine Relation zwischen System und Umwelt.[2]

Das, was der Alltagsverstand für normal hält, entspricht eher einer echten Teilmenge der auslegungsgemäß zulässigen Zustände. Wer macht sich schon klar, dass die Spitzen hoher schlanker Türme durchaus einige Meter um die Senkrechte schwanken können. Das müssen sie, weil aus der Biegung die Kraft resultiert, um etwa Windlasten standzuhalten und zur Normallage zurückzukehren. Nicht in einem starren Erhalten der senkrechten Lage, sondern in der elastischen Biegung und der inneren Reibung liegen die Reserven, die dem Turm seine Stabilität verleihen.

Doch brauchen auch Bauwerke, die qua Konstruktion im beschriebenen Sinne stabil sind, regelmäßige Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen, um in diesem Zustand zu verbleiben. Die Stabilität von Sachsystemen hat organisatorische Implikationen. Sie können ihre konstruktive Stabilität nur erhalten, wenn die sie betreibende Organisation in der Lage ist, ihre eigene und die der Sachsysteme zu erhalten. Dazu sind weitere Reserven erforderlich außer denen, die schon in der Konstruktion der Sachsysteme liegen: Materialvorräte, abrufbereites Personal und betriebliche Routinen, die es ermöglichen, sachliche und personelle Reserven zu mobilisieren und dadurch die Systemleistung kurzfristig hochzufahren.

Die Bahn ist dafür das beste Beispiel: als regelmäßiger Nutzer eines via Schweiz aus Italien kommenden EC konnte ich nie die Erfahrung eines ausfallenden Zugs machen, die bei der Deutschen Bahn zu einer fragwürdigen Normalität gehört. Dies, obwohl der Gotthard vor der Fertigstellung des neuen Basistunnels zu den am stärksten durch Naturgewalten gefährdeten und nur mit höchstem Einsatz instand zuhaltenden Trassen gehörte.

Doch die Schweizerische Bundesbahn ist eine Organisation, die mit solchen Lagen umzugehen versteht, und falls die Trasse doch einmal verschüttet gewesen sein sollte, stand ab Zürich immer ein Reservezug mit Personal bereit, um den restlichen Fahrauftrag zu erfüllen. Das ist genau das, was bei der Deutschen Bahn seit Jahrzehnten und in zunehmendem Maße fehlt: nicht allein, dass Züge, Gleis- und Signalanlagen, nicht etwa durch das Wirken von Naturgewalten, sondern in der Folge unzulänglicher Instandhaltung, ausfallen: es gibt auch keinen Ersatz bzw. kaum noch Ausweichmöglichkeiten.

Seit der unternehmensrechtlichen Privatisierung der Bahn wurden mehr als die Hälfte der Weichen und Kreuzungen demontiert.[3] Das allein am Profit orientierte Management versuchte Kostenfaktoren weitest möglichst zu minimieren. Dies entsprach dem Auftrag der Politik: die Bahn sollte reif für den Kapitalmarkt gemacht werden und der will sehen, dass ein Unternehmen profitabel ist.

Dieses Muster ist nicht nur bei der Deutschen Bahn zu finden. Auch das am Rande seiner Kapazität operierende, mit Personalengpässen und Hygieneproblemen kämpfende Gesundheitswesen zeigt entsprechende Symptome, die jetzt an Deutlichkeit gewinnen.

Reserven vorzuhalten, die Stabilität unter erhöhter Belastung ermöglichen, ist weder mit dem, euphemistisch ›Kostendämpfung‹ genannten Spardiktat, dem alle Bereiche der Daseinsvorsorge unterworfen wurden, noch mit dem Imperativ der möglichst hohen Profitabilität privater Leistungserbringer zu vereinbaren. In diesen Zusammenhang gehört auch, dass die Pharmaindustrie mnache Bereiche, wie etwa die Infektionskrankheiten und innovative Antibiotika, mangels Profitabilität eingestellt hat.

Ein Interesse an systemischer Stabilität liegt bei den privaten Unternehmen in diesem Bereich noch weniger vor als bei den Banken. Noch weniger mussten jene bisher befürchten, dass der Staat Maßnahmen ergreifen könnte, die ihre Profitinteressen störten. Staat war ja abgesagt.

Dass die aktuelle Krise zum Eingeständnis einer fundamentalen Fehlsteuerung führen wird, ist unwahrscheinlich. Kanzlerin Merkel betonte in ihrer jüngsten Ansprache, dass »Deutschland […] ein exzellentes Gesundheitssystem, vielleicht eines der besten der Welt [hat]«. Wer daran Zweifel äußert, muss damit rechnen, als Fake-News verbreitender Agent Moskaus verdächtigt zu werden.

Eher akzeptabel ist eine Kritik, die eine moralische Verweichlichung beklagt, die in der aktuellen Krise zum Ausdruck komme. In der konfusen Reaktion der europäischen Staaten sieht Herfried Münkler – auf der Frontseite des Freitags unter dem Titel »Abschied vom Frieden« platziert – die Schwäche »postheroischer Gesellschaften«, »die strategisches Denken und Handeln verlernt haben«.

Die Formel »postheroische Gesellschaft« ersann Münkler einst, um legitimierend darzutun, weshalb die westlichen Nationen, um des Terrorismus Herr zu werden, so unheroischer Taten bedürftig seien wie der unter Barack Obama mit Rekordfrequenz stattfindenden Drohnenmorde. Mit dem Postheroismus, schreibt er nun, müsse Schluss sein, denn die Pandemie bedeute schließlich Krieg. Als Lehre aus der Corona-Krise soll dann wohl eine höhere Akzeptanz von Notstandsmaßnahmen, mehr Rüstung und eine gesteigerte Bereitschaft zu militärischen Abenteuern zurückbleiben. Dass auch die FAZ martialische Töne anschlägt, deutet darauf hin, dass wir demnächst noch mehr dieser Art zu hören bekommen werden.

So unterbleibt die Erkenntnis, dass die Entscheidungs- und Handlungsdefizite, das Nicht- oder Schlechtberaten Sein der Regierenden in den entscheidenden Tagen in Deutschland, Ausdruck der Überheblichkeit des sich selbst zum Weltmeister aller Klassen stilisierenden Landes und seiner Eliten war. Das weist sehr viel Ähnlichkeit mit dem Wilhelminismus auf, der das Land in den Abgrund des Ersten Weltkriegs riss.

Noch mehr geht dabei die Erkenntnis unter, dass der offenkundige Mangel an Plänen und Kapazitäten zur Krisenbewältigung nicht irgendeinem imaginären Postheroismus zuzurechnen ist. Sondern der Tatsache, dass hier – wie rundum in Europa – die Infrastruktur und die staatliche Planungs- und Handlungsfähigkeit nur noch lückenhaft vorhanden sind. Resultat eines heroischen Glaubens in die Überlegenheit des Marktes, heroischer Sparbemühungen der Staaten und dadurch ermöglichter, nicht minder heroischer Übungen der Profitsteigerung um jeden Preis.

Wenn die Politik der letzten Jahrzehnte in der aktuellen Situation den Zwang zur Triage nach sich zieht, heißt das nicht, dass nun die Logik des Krieges angesagt wäre. Nein, die europäischen Gesellschaften haben vor den Aufgaben des Friedens versagt: vor den Pflichten einer humanen Zivilisation.

Gegen die Natur kann man mit Erfolg keinen Krieg führen. Sie zu meistern, verlangt zunächst und vor allem, den Krieg gegen sich selbst einzustellen. Die EU – vor Jahrzehnten vielleicht einmal eine vielversprechende Idee – degenerierte zu einem Sammelsurium von institutionellen Mechanismen, deren wesentlicher Effekt darin besteht, die neoliberale Paralyse der Gesellschaften zu vertiefen. Sie bietet nichts, was in der aktuellen Situation hilfreich wäre. Das Beste was sie tun kann, besteht darin, ihre dysfunktionalen Fiskalregeln aufzuheben. Das Beste, was die EZB tun kann, in noch größerem Umfang und ohne die üblichen Konditionalitäten das zu tun, was sie ohnehin schon tut und ihr eigentlich verboten ist: Staatsfinanzierung durch massiven Aufkauf von Anleihen zu betreiben. Es wäre an der Zeit, den intellektuellen Bankrott, der hier sichtbar wird, auch einzugestehen.

Der Krieg, so die implizite Moral von Münklers Beitrag, sei doch immer noch der beste Lehrmeister:

»Wir dachten, große Katastrophen seien durch die Vermeidung von Kriegen für immer gebannt. Das war ein folgenschwerer Irrtum.«

Münklers verquere Logik beruht auf einer schlichten Fälschung: dass nämlich die Verbreitung des Coronavirus ganz ohne die Begleitung von Krieg und Hunger in dieser Dimension neu sei. Denn »sonst gehören Krieg und Seuche zusammen.«

Nein, das ist nicht neu. Der von Münkler mit einem wuchtigen Wälzer bedachte Dreißigjährige Krieg – so schrecklich er war – stellt nicht das Maß der Dinge dar. Die europäische Seuchengeschichte zeigt, dass Seuchen keinesfalls allein auf Kriege zurückzuführen waren: Schon der Schwarze Tod des 14. Jahrhunderts konnte sich in Folge eines gewachsenen Wohlstands mit einem immer weiter ausgreifenden Handel ausbreiten. Die ersten Opfer waren die bedeutenden Handelsmetropolen. In der ersten Welle die am Meer oder nicht weit davon gelegenen Städte Venedig, Genua, Siena, Florenz, Marseille, Bordeaux, Rouen sowie Paris, Lyon und Köln. In weiteren Wellen dann die weiter landeinwärts gelegenen Städte wie Nürnberg, Regensburg und Augsburg.[4] Durch die Ausdehnung des britischen Empire und den damit gewachsenen Verkehr und Handel fand auch die Cholera ihren Weg von Südasien in andere Kontinente und nach Europa.

Heißt: Mit den Schüben der Globalisierung ging meist auch die Verbreitung von Seuchen einher. Diese fanden in den durch wirtschaftlichen Aufschwung gewachsenen, doch zivilisatorisch zurückgebliebenen, Städten reiche Beute. Dieses Muster – wachsende Wirtschaft, wachsender Handel, wachsender Verkehr, wachsende Städte mit unterentwickelter Infrastruktur und Hygiene – kennzeichnete die Ausbreitungsmechanismen und die grassierenden Folgen sowohl der Pest im 14. Jahrhundert als auch der Cholera im 19. Jahrhundert.

Die heroische Kultur des Krieges und ihre Exponenten erwiesen sich in beiden Fällen als unwirksam und hilflos. Besserung brachten im Laufe der Jahrhunderte allgemein verbesserte Lebensbedingungen, im Besonderen medizinisches Wissen, noch mehr jedoch die hygienische Praxis und ein unterstützendes Ingenieurwesen.

Nicht zu vergessen sind auch Krankheiten wie die Tuberkulose, deretwegen zwar kein Ausnahmezustand ausgerufen wird, an der jedoch immer noch – weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit – jährlich mehr als eine Million Menschen sterben. Noch bis ins 20. Jahrhundert fielen ihr massenhaft die schlecht genährten Kinder in den schlecht belichteten und durchlüfteten proletarischen Quartieren Europas zum Opfer. Auch hier ging und geht es immer noch um den Kern jeder Zivilisation: ausreichende Ernährung, gesunde Wohnverhältnisse und öffentliche Hygiene.

Wenn man schon auf den Zusammenhang von Krieg und Seuchen hinweisen möchte, dann bietet sich an erster Stelle der grausame, vom Westen unterstützte und von seinen Medien weitgehend totgeschwiegene Krieg der von Saudi-Arabien angeführten Koalition gegen den Jemen an. Dort hat die Cholera schon tausende von Opfern gefordert. Münkler erwähnt dies knapp, doch ohne die Zusammenhänge beim Namen zu nennen.

An den Seuchenexperten sind die geschilderten historischen Sachverhalte nicht vorbeigegangen. Ihnen ist das auch in Friedenszeiten relevante Pandemiepotential des heute bekannten Spektrums von Virenstämmen nicht verborgen geblieben. Vor der insbesondere durch die fortschreitende Zerstörung von Naturräumen wachsende Gefahr von Zoonosen, also von Tieren auf Menschen übertragenen Krankheiten, warnten Wissenschaftler schon lange.

Das Robert-Koch-Institut verwies im Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz 2012, der auch den Bundestagsabgeordneten zuging, deshalb auf ein hypothetisches Szenario, das Ähnlichkeit mit dem aktuellen hat. Dort findet sich – ausgehend von den Merkmalen der bekannten Stämme – auch die Annahme, dass von einer Übertragung durch Tröpfcheninfektion und im Krankheitsverlauf mit dem Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS) sowie einem Letalitätsprofil zu rechnen sein wird, das Ältere einem wachsenden Risiko aussetzt.

Dass angesichts eines solchen – allen Regierungsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten seit Jahren bekannten – Szenarios eine Situation eintreten konnte, in der wochenlang und bis heute noch nicht einmal genügend Atomschutzmasken für das medizinische Personal vorhanden sind, wirft Fragen auf: Wie ernst nimmt man es mit der Verpflichtung, ›Schaden vom deutschen Volk zu nehmen‹? Offenkundig ist ein Versagen vor den durchaus bekannten Risikopotentialen der modernen, globalisierten Welt.

Das alles entspricht einem bekannten Muster. Als 2017 nach einem durch unsachgemäß ausgeführte Bauarbeiten ausgelösten Absacken der Schienen auf der Rheintalstrecke diese für Wochen gesperrt werden musste, wurde klar, dass die deutsche Bahn dafür über keinen Notfallplan verfügte. Die Strecke stellt eine der zentralen Achsen des europäischen Güterverkehrs dar. Vereinbarungen über Ausweichmöglichkeiten mit der französischen SNCF, deren linksrheinische Strecken allerdings nicht besonders leistungsfähig sind, gab es nicht. Die einzige denkbare deutsche Alternative, die Gäubahn über Stuttgart und Horb, war wegen Bauarbeiten ebenfalls unbenutzbar.

Es ist eine Illusion, dass man, indem man mit Münkler »das Ende des Friedens« ausruft, irgendwelche Einsichten, Methoden oder Kräfte zur Bewältigung der aktuellen Lage gewinnen vermöchte. Ein Blick auf das 20. Jahrhundert zeigt, wie unfähig die Exponenten des militärischen Heroismus zu wirklich strategischem Denken und Handeln waren – geschweige denn die Implikationen des industrialisierten Krieges zu verstehen. Die Eliten des Reiches stürzten sich 1914 heroisch in ein Abenteuer, dessen Gestalt und Konsequenzen abzuschätzen ihnen der Verstand oder Wille fehlte.

Den hatte der Industrielle Ivan Bloch, der vorübergehend das Ohr des zaudernden Zaren Nikolaus fand. Bloch sah die Materialschlachten der kommenden Weltkriege und ihre zerstörerische Wirkung auf die kriegführenden Gesellschaften genau voraus. In Deutschland bedurfte es des Industriellen Walther Rathenau, um dem Generalstab nach Beginn des Ersten Weltkriegs zu verdeutlichen, dass ohne eine durchgreifende Reorganisation der Industrie und vor allem des Rohstoffwesens der Krieg in wenigen Monaten mangels Nachschub zu Ende sein würde.[5]

Das wäre sicher ein Segen gewesen, illustriert aber doch den Punkt, um den es hier geht. Münkler lässt ihn in seiner Darstellung des Ersten Weltkriegs vollständig aus.[6] Im noch jungen 21. Jahrhundert war eindrucksvoll zu besichtigen, wie das reiche Land mit der mächtigsten militärischen Maschinerie in der Geschichte vor den Folgen des Wirbelsturms Katrina versagte, während das arme, kleine Kuba durch gesellschaftliche Solidarität und Maßnahmen eines praktisch eingeübten zivilen Katastrophenschutzes diese mit geringen Opferzahlen bewältigte – das Kuba, das auch jetzt wieder der Welt seine Hilfe anbietet.

Gefordert ist heute weder der hohle Heroismus antiquierter Kriegsbilder noch der Wohlfühlliberalismus des Juste millieu, sondern die konkrete Solidarität zwischen den Menschen und den Völkern, welche die Komplexität der heutigen Zivilisation und ihrer Wechselwirkung mit einer niemals vollständig beherrschbaren Natur zur Kenntnis nimmt.


[1] Heidegger, Martin 1986 [1926]: Sein und Zeit. 16. Aufl., Tübingen: Niemeyer: 73
[2] Weinberg, Gerald M 1975: An Introduction into General Systems Thinking. New York NY: Wiley: 230
[3] Knierim, Bernhard; Wolf, Winfried 2019: Abgefahren: Warum wir eine neue Bahnpolitik brauchen. Köln: PapyRossa.: 44
[4] Vasold, Manfred 2003: Die Pest: Ende eines Mythos. Stuttgart: Theiss: 101-123
[5] Rathenau, Walther 1915: Deutschlands Rohstoffversorgung. In: Gesammelt Schriften. Berlin: Fischer 1925, Band 5, 23-58; Brenner, Wolfgang 2006: Walther Rathenau: Deutscher und Jude. 2. Aufl., München: Piper.
[6] Münkler, Herfried 2017: Der große Krieg: Die Welt 1914-1918. Berlin: Rowohlt.

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