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Rente | 20.05.2020 (editiert am 21.05.2020)

Wo die Ursachen für zunehmende Altersarmut liegen

Altersarmut ist nicht über Nacht vom Himmel gefallen, sondern Resultat politischer Entscheidungen. Sie wird sich verschärfen, werden die Fehlentwicklungen der Vergangenheit nicht korrigiert.

Agenda 2010 oder auch Hartz IV – die politischen Reformen, die die rot-grüne Bundesregierung unter Kanzler Schröder Anfang des Jahrtausends auf den Weg gebracht hat, sind von zentraler Bedeutung für die Ausbreitung der Altersarmut. Zu nennen sind hier zum einen die Deregulierung des Arbeitsmarktes, die in Deutschland den größten Niedriglohnsektor Europas hat entstehen lassen, und zum anderen die Aushöhlung des bestehenden Gesetzlichen Rentensystems (GRV).

Die Privatisierung der gesetzlichen Rente, die von der Politik seitdem mit Macht betrieben wird und für die der unverfängliche Begriff des Drei-Säulen-Modells steht, ist neben dem Niedriglohnsektor eine der zentralen Ursachen für die Altersarmut. Die staatliche Förderung privater Vorsorge, beispielsweise über die Riesterrente, dient der Politik als Rechtfertigung dafür, die Rentenbeitragssätze und damit die Einnahmen der GRV nicht so anzuheben, wie es eigentlich erforderlich wäre, um angemessene Renten zahlen zu können.

Darüber hinaus werden der GRV über Entgeltumwandlungen jährlich Einnahmen in Milliardenhöhe vorenthalten. Einnahmen, die über Pensionsfonds, Direktversicherungen oder Betriebsrenten stattdessen den privaten Versicherungskonzernen zufließen. Für Arbeitnehmer, die nicht genug verdienen, [...]

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