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Spieckers Corner | 30.06.2020

Mikroökonomie vom Schweinsten

Der in der Corona-Krise wieder einmal in die Medien geratene Skandal, wie in Deutschland seit Jahren Fleisch produziert werden kann, darf und wird, bringt es an den Tag: Fleisch ist in Deutschland zu billig zu haben.

Das ist nun offenbar auch – wohl eher notgedrungen als aus selbständiger Überlegung und Überzeugung – der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner klargeworden. Und dagegen will sie etwas unternehmen: So kann sie sich einen Preisaufschlag von 40 Cent pro Kilo Fleisch vorstellen, der in einen Fonds fließen soll. Aus diesem Fonds könnten dann Bauern Gelder beantragen, um die Stallungen ihrer Nutztiere tierwohlgerechter umzubauen.

Jedenfalls irgendwann einmal in der Zukunft. Und Ralph Brinkhaus erklärt sogar:

„Der Druck, der Preiskampf, den wir im Einzelhandel haben, tut der gesamten Wertschöpfungskette nicht gut.“

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, wie das schon Erich Kästner so treffend formulierte. Die Bundeslandwirtschaftsministerin gehört nämlich wie Ralph Brinkhaus, Chef der Unionsfraktion im Bundestag, einer Partei an, die sich im Normalfall die Regeln des Marktes auf die Fahnen geschrieben hat und immer eifrig für Wettbewerb zwischen den verschiedenen Marktakteuren eintritt – jedenfalls ganz sicher dann, wenn es um Löhne geht, [...]

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