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Corona-Krise | 28.07.2020 (editiert am 16.09.2020)

Verschwinden im Super Safe Space

Die neue, von den lautstärksten Teilen der Linken besonders propagierte, Sozialutopie ist der Super Safe Space. Eine essentielle Ressource zu dessen Herstellung wird in der Wissenschaft vermutet.

In den letzten Jahren zeichnete sich eine Spaltung der Linken ab: Ein vornehmlich jugendlich und akademisch geprägtes Milieu gab unter Einfluss des linken Neoliberalismus die Orientierung an sozialökonomischen Aufgaben und deren Lösung durch rationales Staatshandeln nach Maßgabe von Gleichheit und Solidarität auf. Ersetzt wurde sie durch – in symbolischen Räumen angesiedelte – identitätspolitischen Themen und einen gefühlten Kosmopolitismus.

Jetzt scheint der nächste Bruch bevorzustehen. Als Katalysator dieser neuen Dissoziation – deren Trennlinien allerdings noch kaum scharf ausgearbeitet sind – fungiert die Auseinandersetzung um das Corona-Virus bzw. die Politik, mit der die meisten Staaten auf dessen Erscheinen reagierten. Jene Linien genauer zu bestimmen, an denen sich die Lager trennen, dürfte entscheidend zur Klärung der diskursiven Lage beitragen, die gegenwärtig recht verworren erscheint. Eine Vierteilung scheint sich dabei abzuzeichnen, da die neue Trennungslinie orthogonal zur schon bestehenden verlaufen zu scheint.

Eine wesentliche Kraft, die die Trennung vorantreibt, geht von der Suche nach sicheren Räumen aus. Wobei Sicherheit zunächst im symbolischen Bereich gesucht worden war, mit einer im Zeichen von Corona praktizierten Politik der physischen Absperrung und Distanz. [...]

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