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Staatsschulden | 21.07.2020

Den Gemeinwohl-Investor wecken

Die Liste dringend notwendiger Investitionen ist lang. Doch wie kann der ›Gemeinwohl-Investor‹ aus seinem Schlaf geweckt werden? Benötigt man dazu einen charismatischen Führer? Oder eine nationale Katastrophe vom Ausmaß eines Krieges?

Die Selbstregulierungskraft des Marktes über Angebot und Nachfrage und die an der volkswirtschaftlichen Produktion orientierte Steuerung der Geldmenge durch die Zentralbank – für Monetaristen ist das die Grundlage für eine stetige Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft. Schon vor Corona schien den Zentralbanken weltweit jedoch die Munition zur Rezessionsbekämpfung ausgegangen zu sein. Wo liegt das Problem?

Wenn die Privatwirtschaft beginnt, sich zu verlangsamen, würden die Zentralbanker gerne mehr Geld ausgeben, um sie wieder in Gang zu bringen. Aber ihr monetäres Instrumentarium gibt ihnen hierzu nur eine einzige Möglichkeit: sie müssen die Privatwirtschaft dazu ermutigen, sich mehr Geld zu leihen, also Schulden zu machen. Die Privatwirtschaft wiederum wird dies nur dann tun, wenn ihre entsprechenden Produktions- und Ausgabenentscheidungen mehr Gewinne versprechen.

Der einzige Hebel, den die Zentralbank hat, um diese Gewinnberechnungen zu beeinflussen, ist die Verbesserung der Rentabilität der Unternehmen durch die Senkung der Zinssätze, und damit die Stimulierung von mehr Kreditaufnahme und mehr Geldschöpfung. Liegen also die Zinssätze bereits nahe bei Null, haben die Zentralbanker keine Munition mehr, [...]

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