istock.com/Massimo Giachetti

Es droht der Abstieg in die Armut

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft hat sich erledigt. Die Beschäftigung sinkt wieder, die Zahl der Arbeitslosengeldneuanträge steigt. Und die Hilfsprogramme für die Haushalte laufen jetzt aus. Amerika droht ein „Fiscal Cliff“.

Es war absehbar gewesen. Amerikas politische Führung – allen voran Präsident Donald Trump höchstpersönlich – hatte Entwarnung gegeben, als die Pandemie in weiten Teilen des Landes noch überhaupt nicht unter Kontrolle gewesen war. Bundesstaaten, die daraufhin ihre Wirtschaft auf Teufel komm raus in Gang bringen wollten, erlebten seither einen rasanten Anstieg der Neuinfektionen. In akuten Krisenregionen sind heute die Grenzen der Krankenhauskapazitäten erreicht oder überschritten.

Mit entsprechender Verzögerung ist auch die Sterblichkeit wieder im Steigen. Gut vier Millionen Infizierte hat es bislang in Amerika gegeben, mit über 140.000 Todesopfern. Das sind rund zwanzigmal so viele Fälle wie in Deutschland und rund fünfzehnmal so viel Tote; obwohl Amerikas Bevölkerung nur viermal so groß ist wie die deutsche. Kein anderes reiches Land hat diese Krise derart vermasselt: „American exceptionalism“ zeigt sich hierin als Weltrekord politischen Versagens. Man hat die besseren Ärzte, aber ansonsten ist die Entwicklung in Amerika ähnlich schlecht wie in einigen Entwicklungsländern.

Abbildung 1: Tägliche Anzahl der bestätigten Covid-19 Neuinfektionen (gleitender 7-Tagesdurchschnitt).
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