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Corona-Krise | 28.07.2020

Warum staatliche Verschwendung nötig ist

Viele hartgesottene Markt-Ökonomen wollen auch nach den Erfahrungen der Corona-Krise nicht zur Kenntnis nehmen, dass sich nicht alles über den Markt koordinieren lässt.

Die Corona-Krise hat uns vier Lehren erteilt – die allesamt irgendwie der konventionellen ökonomischen Weisheit widersprechen.

Die erste Lehre ist vom Volk weitherum verstanden worden: Wir sind in hohem Maße auf die Bereitstellung öffentlicher Güter angewiesen. Das gilt nicht nur für das Gesundheitswesen, sondern auch für die Schulen, die auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren müssen, für den Transport, die Müllabfuhr etc. und nicht zuletzt brauchen wir in den Regierungen und Ämtern gutes, hoch qualifiziertes Personal. In den Ländern mit ungenügenden öffentlichen Leistungen hat das Leben des Normalbürgers in der Corona-Krise noch weniger Spaß gemacht als zuvor.

Wenn man die Ökonomie als Wissenschaft vom Markt begreift, hat man mit dieser Erfahrung Mühe. Öffentliche Güter kommen in der Mainstream-Ökonomie zwar vor, aber sie sind ein Fremdkörper, den man möglichst irgendwie der Marktlogik unterwerfen, bzw. privatisieren sollte. Das Schweizer Wirtschaftsblatt NZZ apostrophiert öffentliche Güter auch gerne als ››Begehrlichkeiten‹‹ – im Gegensatz zu den ››echten‹‹ Bedürfnissen, die sich dadurch auszeichnen, dass man sie individuell gegen Geld anmelden muss.

Zweite  Lektion: Die Marktwirtschaft leidet nicht bloß unter gelegentlichen konjunkturellen Dellen, [...]

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