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Konjunktur | 25.08.2020 (editiert am 14.09.2020)

Die deutsche und europäische Konjunktur im Frühsommer 2020 – 5

Die Industrie, das Herz der europäischen Wirtschaft, liegt weiter auf der Intensivstation. Trotz eines erneuten Anstiegs in den Kernländern befindet sich die Industrieproduktion im Euroraum auch im Juni auf extrem niedrigem Niveau.

Der Juni war in vielen Mitgliedstaaten von einigen Lockerungen der COVID-19-Eindämmungsmaßnahmen geprägt. Das macht sich auch in wirtschaftlichen Zahlen bemerkbar. Die saisonbereinigte Industrieproduktion stieg laut Schätzungen von Eurostat gegenüber Mai 2020 sowohl im Euroraum als auch in der EU um 9,1 % (Abbildung 1). In den Kernländern stieg sie um 8,2 % in Italien und 12,9 % in Frankreich. Deutschlands Industrieproduktion stieg um 10,8 %.

Doch damit ist mitnichten Normalität eingekehrt. Das zeigt der Vorjahresvergleich: Gegenüber Juni 2019 ging die Industrieproduktion im Juni 2020 im Euroraum um -12,3 % zurück. Besonders betroffen unter den Kernländern sind Deutschland und Spanien (je -14,1 %) und Italien (-13,7 %). Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass die Produktion frühestens im nächsten Jahr wieder auf Vor-Corona-Niveau gehoben wird.

Allein im März und April war die Industrieproduktion im Euroraum bedingt durch die Corona-Pandemie um ganze 27,7 % eingebrochen. Zumal sich die europäische Industrieproduktion schon seit 2018 in einer Rezession befindet.

Im Mai legten die Kernländer um Italien und Frankreich dann wieder deutlich mit 25 % beziehungsweise 13,5 % zu. [...]

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