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Corona-Krise | 08.09.2020 (editiert am 17.09.2020)

Die Immunitätsillusion 

Linke glauben an ›Wissenschaft‹ und den Impfstoff. Doch es gibt keinen Grund für übertriebenen Optimismus. Ein Impfstoff gegen das Corona-Virus ist nichts, was die Wissenschaft als risikoloses Routineprodukt hervorbringen könnte.

Impfkampagnen können durchaus sinnvoll sein und sie führten manchmal auch zu Erfolgen. Doch die historische Erfahrung zeigt: Diese Erfolge blieben begrenzt, solange die zentrale Zielsetzung einer sozialen Medizin unbeachtet blieb. Die Medizinsoziologen Heiner Fangerau und Alfons Labisch haben mit ››Pest und Corona: Pandemien in Geschichte, Gegenwart und Zukunft‹‹ darüber ein Buch geschrieben. Dort ist zu lesen:

»Maßnahmen wie Impfungen wirken sich gegebenenfalls nur gering auf die Gesamtmorbidität und Gesamtmortalität aus, wenn weitere Maßnahmen unterbleiben, um die Lebensverhältnisse zu verbessern.«[1]

So bedeutend die Fortschritte der Bakteriologie an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus wissenschaftlicher Sicht auch waren, blieb ihr Beitrag zur Volksgesundheit bescheiden. »Der therapeutische Ertrag‹‹, schreiben Fangeau und Labisch, ››ließ indes noch Jahrzehnte auf sich warten. Für den Rückgang der Infektionskrankheiten spielte die praktische Medizin nur eine geringe Rolle.«[2]

Der Erfolg einzelner Maßnahmen, den sich die Impfpropagandisten gerne auf die Fahnen schreiben, ist also weder allein auf die Impfung zurückzuführen noch verallgemeinerbar. [...]

Nichts schreibt sich von allein!

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