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Konjunktur | 15.09.2020 (editiert am 17.09.2020)

Die deutsche und europäische Konjunktur im Sommer 2020 – 2

Das Wachstum der Industrieproduktion verlangsamt sich im Juli – wirkliche Gewinner gibt es nur wenige. Analysten sprechen von einem ››wurzelförmigen‹‹ Verauf. Geht der Erholung der Atem aus?

Die europäische Industrie ist von der Intensiv- auf die Überwachungsstation rückverlegt worden. Im Juli konnte sich die saisonbereinigte Industrieproduktion erneut erholen, wenn auch langsamer als zuvor. Laut Schätzungen von Eurostat stieg die Produktion gegenüber Juni 2020 im Euroraum um 4,1 % (Abbildung 1). In den Kernländern stieg sie um 7,4 % in Italien, um 3,8 % in Frankreich und nur um 2,4 % in Deutschland.

Die vergleichsweise geringen Anstiege zeigen, dass noch immer keine Normalität eingekehrt ist. Im Vorjahresvergleich ging die Industrieproduktion gegenüber Juli 2019 im Euroraum um -7,7 % zurück. Der Erholung scheint die Puste auszugehen.

Den stärksten Rückgang unter den Kernländern hat dabei Deutschland zu verkraften: -11,6 %. Berücksichtigt man, dass sich die deutsche Industrie schon seit 2018 in einer kaum beachteten Rezession befindet, fällt der Absturz noch weit deutlicher aus: -16,6 % im Vergleich zum Jahresbeginn 2018.

Wurzel statt V

Für die meisten Analysten sind die Daten ernüchternd. Nach ››V‹‹- und ››L‹‹-Szenarien nimmt nun das Bild eines ››wurzelförmigen‹‹ konjunkturellen Verlaufs Gestalt an: Nach dem dramatischen Einbruch im April und Mai, [...]

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