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Kommentar | 08.09.2020 (editiert am 10.09.2020)

Maskierter Neoliberalismus

Ist die Maskenpflicht am Arbeitsplatz sinnvoll oder die Fortführung neoliberaler Politik mit anderen Mitteln? Es scheint, dass die Corona-Maßnahmen auf ein maskiertes »Weiter-so« setzen.

Es hat ja so kommen müssen, dass irgendjemand irgendwann eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz aufs Tapet bringt. Dass es dann ausgerechnet Annegret Kramp-Karrenbauer war, die diese Maßnahme anregte, überrascht nicht. Die frankophile Saarländerin hat sicher rege die Diskussionen um dieses Vorhaben in unserem westlichen Nachbarland beobachtet – und ihre Rückschlüsse für Deutschland gezogen.

Das ausgerechnet Kramp-Karrenbauer diesen Vorschlag der »Welt am Sonntag« in den Block diktierte, hat vielleicht nur vordergründig mit ihrer Nähe zu Frankreich zu tun. Wahrscheinlich wiegt sogar der Umstand mehr, dass sie als eine Hardlinerin neoliberaler Politik in Deutschland gilt: Der freie Markt als allesregulierende Instanz. Selbst steigende Mieten könne nur er in den Griff bekommen. Für Unternehmenssteuersenkungen ist Kramp-Karrenbauer grundsätzlich auch zu haben. Dass sie jetzt auf eine totale Maskenpflicht setzt, um nicht von Investitionen sprechen zu müssen, – das hat so gesehen Hand und Fuß.

Pausenlos Maske tragen?

Einige Tage bevor die Verteidigungsministerin den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Arbeitstag in Maske in Aussicht stellte, berichteten mehrere Medien von Luftpartikelreinigern, die im Kampf gegen das Virus eine große Rolle spielen könnten. [...]

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