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Brexit | 15.09.2020 (editiert am 17.09.2020)

Von Lichtgestalten und dunklen Mächten

Die Berichte der deutschen Presse zu den Verhandlungen zu einem Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien lesen sich wie das Drehbuch zu einem Fantasy C-Movie. Das immer Gute – die EU – gegen das personifizierte Böse – Boris Johnson.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert von den Briten die Einhaltung des Brexit-Abkommens. Habe ich da etwas verpasst? Wurde bereits ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien abgeschlossen? Und haben die Briten schon kurz danach gegen dessen Bestimmungen verstoßen?

Embedded Journalism

Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man die Berichte der deutschen Presse zu den tatsächlich noch anhaltenden Verhandlungen zum Abschluss eine solchen Abkommens liest. In der FAZ wurde von einer „Schande für die Regierung“ berichtet. Man vermeldet einerseits „Zweifel an der Seriosität“ von Boris Johnson, aber wundert sich auch nicht, da er noch als Journalist und Korrespondent in Brüssel „bekannt und berüchtigt dafür [gewesen sei], dass er es mit der Wahrheit nicht so genau nahm“.

Jetzt aber spiele er mit dem Feuer, weil er mit seinen „Unverschämtheiten“ eine „harten Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland“ heraufbeschwöre und damit „das Gott sei Dank weitgehend friedliche Zusammenleben in Nordirland“ gefährde. [...]

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