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Grenzenlose Freiheit

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Die Geschichte von der Globalisierung ist die große, alles dominierende Erzählung unserer Zeit. Sie beginnt spätestens Mitte der 1970er Jahre und erstreckt sich bis in unsere Gegenwart. Sie prägt die Lehrpläne der Geistes- und Sozialwissenschaften an den Universitäten und Schulen. Sie beherrscht das Denken und Fühlen einer Vielzahl von Menschen. Sie findet in Werthaltungen ihren Ausdruck, die mit Begriffen wie Weltoffenheit, Vielfalt, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung umschrieben werden.

Doch was heißt „Globalisierung“ eigentlich genau? Was steht hinter der Rede von der schnellen, vernetzten Welt- und Informationsgesellschaft, die angeblich Zeit und Raum aufhebt, Mauern überwindet, Geschichte, Kulturen und Traditionen verflüssigt und „nationale Alleingänge“ unmöglich macht? Welche Weltbilder stehen dahinter, welche Mächte treiben sie voran? Wer profitiert wirklich von ihr – alle oder vielleicht doch nur wenige? Und vor allem, was ist der Wahrheitsgehalt dieser großen Erzählung vom neuen Zeitalter?

Unsere zweite Printausgabe Grenzenlose Freiheit will dem Begriff und Phänomen „Globalisierung“ auf den Zahn fühlen. Die Rede von den freien und effizienten Märkten, den versprochenen Segnungen von offenen Grenzen und das behauptete Ende des Nationalstaates werden auf ihre inhaltliche Substanz hin überprüft.

Wir beginnen mit einem Exkurs zu den ursprünglichen Ideen der Freihandelstheorie. Wir werfen weiter einen Blick auf die Geschichte und das Wirken von Freihandelszonen wie der NAFTA. Wir beleuchten eine EU, die als Blaupause einer „Governance without Government“ gelten kann, sich aber, wie es scheint, in ihrem ökonomischen und geographischen Expansionsstreben übernommen hat. Wir fragen, ob das Werben der Unternehmen und ihrer Interessenverbände für die „Willkommenskultur“ altruistisch ist oder doch eher vom Profitstreben motiviert. Und ob der Nationalstaat tatsächlich ein Relikt des 19. Jahrhunderts ist oder ohne ihn eine gemeinwohlorientierte Politik und Wirtschaft schlicht unmöglich wird.

All diese Fragen fließen letztlich in einer großen Frage zusammen: Ist eine Welt, die von vielen Fesseln und Grenzen im Namen des Fortschritts und der Freiheit befreit wurde, tatsächlich eine bessere Welt geworden? Reden wir von einer Utopie oder vielmehr einer Dystopie?

Inhaltsverzeichnis

Der Lohn der Arbeit und die Mobilität von Arbeit
von Heiner Flassbeck

Die Schaffung der Willkommenskultur
von Norbert Häring

Nicht totzukriegen: Das chilenische Rentenmodell
von Wolfgang Scholz

Ein idealistischer Fehlschluss
von Dirk Jörke

Wie die EU-Freizügigkeit mancherorts den Integrationsprozess in Frage stellt
von Susanne K. Schmidt

"Wir brauchen den Mut zu neuer Radikalität"
Interview mit Hans-Peter Martin

Komparative Vorteile - Spiel oder Wirklichkeit?
von Dirk Ehnts und Heiner Flassbeck

Eine der Welt fremde Theorie
von Patrick Kaczmarczyk

Freihandelsabkommen der neuen Generation
von Klaus Buchner

25 Jahre NAFTA: Zwischen Neoliberalismus und der Demokratie
von Andreu Espasa

Migration, Ökonomie und die Globalisierung der Künste
von Friedrich Heißenbüttel

Grenzüberschreitungen
von Sebastian Müller

Der Nationalstaat im Zeitalter der Globalisierung
von Günther Grunert

Gute Globalisierung – böser Nationalstaat?
von Paul Steinhardt

Die Vorzüge eines selektiven Protektionismus
von Andreas Nölke

Die Liberalisierungsfalle: Warum Lateinamerika hinter Ostasien zurückfiel
von Carlos Bresser-Pereira

Der blockierte asiatische Weg
von Nico Beckert

Unser aller Feind der Staat
von Dorian Hannig

Die Freiheit nehmen wir uns
von Roberto J. De Lapuente

Komparative Vorteile – Geniale Lösung oder Scharlatanerie?
von Prof. Dr. Gabriel Sinnfeld

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