{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/142026/konjunkturkrise-ist-rustung-die-zukunft-fur-die-zivile-industrie/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-ZR6lbn7QTZOVugeEBi1c1g-de","slug":"konjunkturkrise-ist-rustung-die-zukunft-fur-die-zivile-industrie","articleType":"Normal","visibility":"Offen","deactivateAudio":false,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-HLyZzwomRmKP5QMLdbOzWQ-de","slug":"florian-schaaf","name":"Florian Schaaf","description":"","shortDescription":"<p><strong>Florian Schaaf</strong> studierte den Master Sozio&ouml;konomie an der Universit&auml;t Duisburg-Essen. 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Um einen Ausweg aus der eigenen Krise zu finden, schielen die Unternehmen zunehmend auf Auftr&auml;ge aus der brummenden R&uuml;stungsbranche. Was macht der Staat?</h3>\n<p class=\"MsoNormal\">Die wirtschaftliche Lage der deutschen Industrie hat sich in den vergangenen Jahren sp&uuml;rbar eingetr&uuml;bt. Seit der Corona-Pandemie zeigen zentrale Stimmungsindikatoren im verarbeitenden Gewerbe eine anhaltende Schw&auml;chephase. Sowohl die Einsch&auml;tzungen zur aktuellen Gesch&auml;ftslage als auch zum Gesch&auml;ftsklima sind deutlich zur&uuml;ckgegangen und bewegen sich seither auf einem niedrigen Niveau. Darauf deuten die Indizes des ifo Institut hin. Auch die Erwartungen der Unternehmen bleiben verhalten und lassen bislang keine klare Trendwende erkennen.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die Katerstimmung spiegelt sich auch in den harten Zahlen wider. Auftragseing&auml;nge und Produktion, etwa im Maschinenbau oder der Automobilindustrie, sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich eingebrochen. Das schl&auml;gt sich auch im Umsatz der Unternehmen wider, die bereits mit Personalabbau reagieren.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">In der R&uuml;stungsindustrie zeigt sich dementgegen eine g&auml;nzlich andere Situation. Mit der unter Olaf Scholz eingeleiteten &bdquo;Zeitenwende&ldquo;, erh&ouml;hten R&uuml;stungsinvestitionszielen in der NATO, einer unsicheren geopolitischen Lage sowie der Aussetzung der Schuldenbremse f&uuml;r Milit&auml;rausgaben floriert die hiesige R&uuml;stungsindustrie. Die Aktienkurse von Unternehmen wie Rheinmetall, Renk oder Hensoldt sind auf einem H&ouml;henflug.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">W&auml;hrend die deutschen Verteidigungsausgaben vor dem russischen Angriff auf die Ukraine dauerhaft unter der NATO-Zielmarke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts lagen, vollzog die Bundesregierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz im Jahr 2022 eine grundlegende Neuausrichtung der Sicherheitspolitik. In der Folge wurde eine deutliche Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben eingeleitet, um das Zwei-Prozent-Ziel k&uuml;nftig zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Weitergehende Forderungen nach einer Anhebung auf drei oder gar f&uuml;nf Prozent des Bruttoinlandsprodukts &ndash; nicht zuletzt durch die USA &ndash; sind jedoch bislang weder Beschlusslage der NATO noch offizielles Ziel der Bundesregierung.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Um die hohen Ausgaben zu finanzieren, beschloss Bundeskanzler Friedrich Merz noch mit den Mehrheiten des alten Bundestages, dass alle Milit&auml;rausgaben, die ein Prozent des BIPs &uuml;berschreiten, von der Schuldenbremse ausgenommen sind. Dazu kommt das zuvor beschlossene Sonderverm&ouml;gen f&uuml;r die Bundeswehr von 100 Millarden Euro. Mit dem erkl&auml;rten Ziel, die Bundeswehr wieder voll einsatz- und verteidigungsf&auml;hig zu machen, hat die Bundesregierung zugleich die milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Ukraine verst&auml;rkt. <o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">W&auml;hrend die R&uuml;stungsindustrie von steigenden staatlichen Ausgaben profitiert, fehlt es in weiten Teilen der zivilen Industrie bislang an einer konsistenten industriepolitischen Strategie. Im internationalen Wettbewerb, insbesondere gegen&uuml;ber staatlich unterst&uuml;tzten und preislich aggressiven Anbietern aus China, geraten deutsche Unternehmen zunehmend unter Druck. Bleibt eine entschlossene politische Antwort aus, droht die Gefahr, dass sich der derzeitige Abschwung strukturell verfestigt &ndash; im Sinne eines hysteretischen Effekts mit dauerhaft reduzierter Produktions- und Besch&auml;ftigungsbasis.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Um einen Ausweg aus der Krise zu finden und neue Gesch&auml;ftsgfelder zu erschlie&szlig;en, schauen zivile Industrieunternehmen zunehmend auf Auftr&auml;ge aus der brummenden R&uuml;stungsbranche. Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer sind bereits 17 Prozent der Industrieunternehmen in der Wertsch&ouml;pfungskette der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie aktiv. 2,5 Prozent stellen dabei eindeutig milit&auml;rische G&uuml;ter her, 6,9 Prozent produzieren Dual-Use-G&uuml;ter und 7,6 Prozent sind Zulieferer f&uuml;r milit&auml;rische oder Dual-Use-Produkte.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Weitere 12,3 Prozent der deutschen Firmen sind der Umfrage zufolge daf&uuml;r offen, in das R&uuml;stungsgesch&auml;ft einzusteigen. Insgesamt sind damit ein Drittel der zivilen Industrieunternehmen in R&uuml;stungsgesch&auml;fte involviert oder haben zumindest ein Interesse daran. Die staatlich subventioniere R&uuml;stungsbranche wird so zunehmend zum Anker f&uuml;r die angeschlagene Industrie.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Die Erwartungen der beteiligten Unternehmen spiegeln diese Verschiebung deutlich wider: W&auml;hrend die Firmen das Gesch&auml;ft mit milit&auml;rischen oder Dual-Use-Produkten sowie Vorprodukten per saldo um elf Punkte positiver einsch&auml;tzen, &uuml;berwiegt im Bereich der &uuml;brigen Industrie der Pessimismus &ndash; hier liegen die Erwartungen um neun Punkte im negativen Bereich. Die R&uuml;stungsbranche erscheint damit vielen Unternehmen als wachstumsstabiler Gegenpol zu einem schw&auml;chelnden zivilen Markt.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Eine st&auml;rkere Ausrichtung auf die R&uuml;stungsindustrie ist jedoch nicht unbedingt vorteilhaft f&uuml;r die Gesamtwirtschaft. Studien verweisen darauf, dass die <a href=\"https://www.uni-mannheim.de/news/ruestung-ohne-rendite-warum-der-wirtschaftliche-effekt-ausbleibt/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gesamtwirtschaftlichen Multiplikatoreffekte milit&auml;rischer Ausgaben</a> im Vergleich zu Investitionen in Bildung, Infrastruktur oder klimabezogene Modernisierung geringer ausfallen. Milit&auml;rische G&uuml;ter sind in ihrer Nutzung begrenzt und entfalten im zivilen Wirtschaftskreislauf nur eingeschr&auml;nkte Anschlusswirkungen.<o:p></o:p></p>"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[{"node":{"label":"14/2026","slug":"142026","sections":[{"category":{"name":"Wirtschaft","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-ZR6lbn7QTZOVugeEBi1c1g-de","title":"Konjunkturkrise: Ist Rüstung die Zukunft für die zivile Industrie?","slug":"konjunkturkrise-ist-rustung-die-zukunft-fur-die-zivile-industrie","visibility":"Offen","authors":[{"name":"Florian Schaaf","slug":"florian-schaaf"}]},{"id":"DatoCmsArticle-48899997-de","title":"Freihandel als Fluch","slug":"freihandel-als-fluch","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Armin Groh","slug":"armin-groh"}]}]},{"category":{"name":"Energie & Ökologie","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-Ak1T4-3HRmO6UM9NY7eH7g-de","title":"Iran-Krieg: Wie Russland und China Asiens Gasmärkte neu ordnen","slug":"iran-krieg-wie-russland-und-china-asiens-gasmarkte-neu-ordnen","visibility":"Offen","authors":[{"name":"Kevin Walmsley","slug":"kevin-walmsley"}]},{"id":"DatoCmsArticle-fpEIicK8Rgemo0BOOfY70w-de","title":"„Hormuz“ als Weckruf","slug":"hormuz-als-weckruf","visibility":"Offen","authors":[{"name":"Dirk Bezemer","slug":"dirk-bezemer"}]}]},{"category":{"name":"Kapital & Arbeit","color":"Pesto"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-Iz61NbZzSEGrgAFHCXw7BA-de","title":"Gesetz zur privaten Altersvorsorge: Fürsorge für die Finanzwirtschaft","slug":"gesetz-zur-privaten-altersvorsorge-fursorge-fur-die-finanzwirtschaft","visibility":"Offen","authors":[{"name":"Frank Hoffer","slug":"frank-hoffer"}]}]},{"category":{"name":"Demokratie & Staat","color":"Purple"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-WNZ082Y5QNCf_4FNChbAOw-de","title":"Bildung: Die stille Sparpolitik trifft ein System am Limit","slug":"bildung-die-stille-sparpolitik-trifft-ein-system-am-limit","visibility":"Offen","authors":[{"name":"Michael Schedelik","slug":"michael-schedelik"}]}]},{"category":{"name":"Hauspost","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-OezxsGWtTVWVXqWLLTYnvA-de","title":"Ist die Rente sexy? 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