{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/172026/matthias-wolfschmidt-handelspolitik-muss-heute-umwelt-und-agrarpolitik-integriere/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-K8ci5rxYRzuUQbyV4LGD8A-de","slug":"matthias-wolfschmidt-handelspolitik-muss-heute-umwelt-und-agrarpolitik-integriere","articleType":"Normal","visibility":"Offen","deactivateAudio":false,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-RgJZn9u1SHG64wEwrPSsMw-de","slug":"lukas-poths","name":"Lukas Poths","description":"<p><span><span class=\"ui-provider a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z ab ac ae af ag ah ai aj ak\" dir=\"ltr\"><strong>Lukas Poths</strong> studierte Germanistik und Franz&ouml;sisch an der Johannes Gutenberg-Universit&auml;t. Seit 2023 ist er Redakteur bei MAKROSKOP und arbeitet zu Themen wie Technologie und &ouml;kologische Transformation.</span></span></p>","shortDescription":"","picture":null,"books":[]}],"title":"Matthias Wolfschmidt: „Handelspolitik muss heute Umwelt- und Agrarpolitik integrieren“","smallTitle":"Landwirtschaft","publishDate":"2026-05-15T00:00:00+02:00","editDate":null,"seo":{"image":{"fixed":{"src":"https://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&fit=crop&h=627&w=1200"}}},"image":{"title":"IMAGO / Müller-Stauffenberg","fluid":{"base64":"data:image/jpeg;base64,/9j/4AAQSkZJRgABAQAAAQABAAD/2wCEAAoHBwgHBgoICAgLCgoLDhgQDg0TDh0VHREdHR0lGBYfFhUaKysvGh0oHRUiJDUlKC0vMjIyGSI4PTcwPCsxMi8BCgsLDg0PERAQHDsoFigvLy8vLy8vOy8vLy8vLy8vLy8vLy87Ly8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vLy8vL//AABEIABAAGAMBIgACEQEDEQH/xAAXAAEAAwAAAAAAAAAAAAAAAAAHAAQF/8QAHxAAAQQBBQEAAAAAAAAAAAAAAQACAwSRBQYREhMi/8QAFwEAAwEAAAAAAAAAAAAAAAAAAQIEAP/EABcRAAMBAAAAAAAAAAAAAAAAAAARFAL/2gAMAwEAAhEDEQA/ADaPamsScN8iFct7L1WGmHmMlJcM0vcfAwtWzM6SqGuYMKSjRkBI2/qnB4ruCiZLfjWrdjE3CiWjQUf/2Q==","aspectRatio":1.5,"width":5340,"height":3560,"src":"https://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format","srcSet":"https://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.04&w=5340 200w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.08&w=5340 400w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.15&w=5340 800w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.23&w=5340 1200w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.3&w=5340 1600w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=0.45&w=5340 2400w,\nhttps://www.datocms-assets.com/19658/1778855082-imago856686449-edited.jpeg?auto=format&dpr=1&w=5340 5340w","sizes":"(max-width: 800px) 100vw, 800px"},"customData":{}},"content":[{"__typename":"DatoCmsText","id":"DatoCmsText-OQCSKb2vRnSvDf4WZiWAzQ-de","text":"<h3 class=\"MsoNormal\">Die Gemeinsame Europ&auml;ische Agrarpolitik (GAP) h&auml;lt der Experte Matthias Wolfschmidt f&uuml;r einen Bremsklotz nachhaltiger landwirtschaftlicher Entwicklung: Landwirte seien von Subventionen abh&auml;ngig und die kleinteilige supranationale Regulatorik der EU belaste Betriebe, statt Umweltsch&auml;den zu verhindern. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber Auswege aus der agrarpolitischen Sackgasse.</h3>\n<p>----</p>\n<p class=\"MsoNormal\"><i>Matthias Wolfschmidt ist approbierter Veterin&auml;rmediziner, Master of Science in Pharmaceutical Medicine, Agrar- und Tierschutzexperte. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag und 20 Jahre Direktor f&uuml;r Strategie und Kampagnen bei der Verbraucherorganisation foodwatch. 2025 gr&uuml;ndete er nature solidarity mit dem Ziel, die Artenvielfalt und die Versorgung mit bezahlbaren und hochwertigen Lebensmitteln in Deutschland und der EU durch eine andere Agrarpolitik zu sichern.&nbsp;<o:p></o:p></i></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><i>----</i></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Herr Wolfschmidt, wenn eine Krise auf die n&auml;chste folgt, verschiebt sich die &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit ganz nat&uuml;rlich immer zum neuesten Thema, dringliche Angelegenheiten geraten schnell ins Hintertreffen. Als ab Ende 2023 bundesweit Landwirte auf die Stra&szlig;e gingen, hatte der Agrarsektor seine Stunde im medialen Rampenlicht. Seitdem ist es ruhiger geworden, Schwarz-Rot hat die Steuersubventionen f&uuml;r Agrardiesel wieder eingef&uuml;hrt. F&uuml;r die meisten Beobachter war aber klar: Die Streichung der Subvention unter der Ampel war nicht der alleinige Grund f&uuml;r die Proteste, sondern viel mehr der Tropfen, der das Fass zum &Uuml;berlaufen brachte. Etwas liegt im Argen mit der europ&auml;ischen Landwirtschaft. Wo sehen Sie die elementaren Probleme?<span style=\"mso-spacerun: yes;\">&nbsp; </span><o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-fareast-language: DE;\">Auf vierzig Prozent des EU-Territoriums wird Landwirtschaft betrieben, in Deutschland sind es sogar 50 Prozent. Von den EU-weit </span>180 Millionen Hektar sind 100 Millionen Hektar Ackerland. Auf zwei Dritteln der &Auml;cker wird Tierfutter erzeugt. Laut EU-Kommission sind etwa drei Viertel von diesen Ackerb&ouml;den aufgrund der heutigen Bewirtschaftungspraxis ungesund. Der Gro&szlig;teil der B&ouml;den ist &uuml;berd&uuml;ngt und enth&auml;lt Pestizid-Abbauprodukte. Die Europ&auml;ische Umweltagentur sagt, dass die Landwirtschaft die gr&ouml;&szlig;te Belastung f&uuml;r die Oberfl&auml;chengew&auml;sser und das Grundwasser ist. Zusammen mit Fischerei und dem gesamten Lebensmittelsystem ist Landwirtschaft die Hauptursache f&uuml;r den Verlust von biologischer Vielfalt und Lebensr&auml;umen durch Landumwandlung, Bodendegradation, &Uuml;berfischung, Wasserentnahme sowie chemische und N&auml;hrstoffverschmutzung. <span style=\"mso-spacerun: yes;\">&nbsp;</span><o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Das klingt dramatisch.<o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Das klingt nicht nur so, auch die deutsche Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina <a href=\"https://www.leopoldina.org/fileadmin/Daten/Publikationen/Dokumente/2020_Akademien_Stellungnahme_Biodiversit%C3%A4t.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bezeichnet die Situation als dramatisch</a>, den Handlungsbedarf als akut. <span style=\"mso-spacerun: yes;\">&nbsp;</span>Doch das alles hat keine agrarpolitische Relevanz. Und genau das ist das elementarste Problem. Offensichtlich gelingt es der Agrarlobby, allen voran Bauernverb&auml;nden und chemischer Industrie, der &Ouml;ffentlichkeit Potemkinsche D&ouml;rfer zu verkaufen. Und das H&ouml;festerben wird mit einem &bdquo;Wachse-oder-weiche&ldquo;-Mantra schulterzuckend erkl&auml;rt, obwohl dahinter nicht selten menschliche Dramen, &Uuml;berschuldung und psychische &Uuml;berforderung stehen. Hochsubventioniert mit Abermilliarden von Steuergeldern und mithilfe massiver fossiler Inputs in Gestalt von Minerald&uuml;nger und Pestiziden wird weitergewurstelt, bis buchst&auml;blich der letzte Regenwurm den Geist aufgegeben hat. <i>nature solidarity</i> ist angetreten, um das zu &auml;ndern. <o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Einer eurer Claims ist &bdquo;Mehr Markt wagen!&ldquo;. Sie argumentieren, dass die EU-Subventionen nicht daf&uuml;r sorgen, dass der Agrarsektor nachhaltig funktioniert, sondern diese vielmehr Marktkonzentration und umwelt- sowie tierwohlsch&auml;dliche Praxen f&ouml;rdern. Deshalb pl&auml;diert <i>nature solidarity</i> f&uuml;r einen &bdquo;richtig&ldquo; organisierten Markt. Was bedeutet das?<o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Bezogen auf Landwirtschaft bedeutet &bdquo;richtig&ldquo;, dass der Markt den solidarischen Umgang mit der Natur belohnen und sch&auml;dliches Verhalten bestrafen muss. Seit Jahrzehnten verschlingt der EU-Agrarsektor ein Drittel der EU-Haushaltsmittel &ndash; jedes Jahr rund 55 Milliarden Euro. Doch eine Lenkungswirkung hin zu umweltfreundlichen, klimaschonenden Anbauverfahren gibt es so gut wie nicht. Die inzwischen zehn Prozent &Ouml;kofl&auml;chen sind das willkommene Feigenblatt f&uuml;r die Fossil-Junkies der sogenannten &bdquo;konventionellen&ldquo; Agrarlobby. nature solidarity hat als bisher einzige Nichtregierungsorganisation eine wirtschaftswissenschaftlich fundierte Studie vorgelegt, die marktbasierte Instrumente f&uuml;r eine effektive Verringerung der Umwelt- und Klimasch&auml;den im gesamten EU-Agrarsektor durchdekliniert. Seltsamerweise haben die Agrar- und Wirtschaftspolitiker von CDU, CSU und SPD bislang daran kein verst&auml;rktes Interesse gezeigt.&nbsp;<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Eure Auftakt-Pressekonferenz stand im Zeichen der von <i>nature solidarity</i> bei WIFO beauftragten Studie zur Umsetzung des Verursacherprinzips in der Landwirtschaft. Gabriel Felbermayr, Chef des WIFO und seit kurzem Wirtschaftsweiser, trat bei der PK auf. Die Studie sieht vor, f&uuml;r D&uuml;nge- und Pflanzenschutzmittel ebenso wie Treibhausgase aus der Tierhaltung einen Handel f&uuml;r Emissionszertifikate aufzusetzen. Die Kosten w&uuml;rden damit die Landwirte tragen und Lebensmittelpreise in der Folge steigen. Findet dieser Ansatz Akzeptanz bei Erzeugern und Verbrauchern?<span style=\"mso-spacerun: yes;\">&nbsp;&nbsp; </span><o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Akzeptanz &auml;u&szlig;ert sich derzeit so, dass niemand Kritik an der Studie &uuml;bt. Die Agrarlobby sitzt das Thema aus &ndash; noch. Viele Nichtregierungsorganisationen sitzen aus unserer Sicht in einer Konsensfalle, n&auml;mlich in gemeinsamen Gremien mit der Agrarlobby. Das gef&auml;llt besonders der Politik, denn so wird Kritik eingehegt. Angesichts der objektiv dramatischen Lage halte ich das f&uuml;r keine sinnvolle Strategie. Die &Ouml;ffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was auf dem Spiel steht und wie die Probleme gel&ouml;st werden k&ouml;nnen.&nbsp;<o:p></o:p></p>"},{"__typename":"DatoCmsRelatedArticlesBox","id":"DatoCmsRelatedArticlesBox-IKRPfnRLR2iDDJ2xAcnLQA-de","articles":[{"title":"Bilanz einer Bewegung: Was NGOs heute anders machen müssen","publishDate":"2025-10-16T00:00:00+02:00","id":"DatoCmsArticle-OPtD_s_vRxCdju6GBhyXwA-de","slug":"bilanz-einer-bewegung-was-ngos-heute-anders-machen-mussen","articleType":"Normal","authors":[{"name":"Thilo 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class=\"MsoNormal\">Was die Mehrpreise durch das vom WIFO vorgeschlagene Zertifikate-System betrifft, werden zwei ebenfalls neue Instrumente mitgedacht. Zum einen ein auf den Agrarsektor angepasstes Grenzausgleichs-Abgabensystem f&uuml;r Importe aus Drittstaaten. Zum anderen ein Umweltbonus, der vor allem Haushalten mit geringer Kaufkraft zugutekommen soll. Eine sozial-&ouml;kologische Marktwirtschaft muss die Transformationskosten denen aufb&uuml;rden, die am meisten Sch&auml;den verursachen und zugleich die Schw&auml;chsten entlasten. Das schafft Akzeptanz, sozialen Frieden und tr&auml;gt zum R&uuml;ckgewinn von Vertrauen in die demokratische Entscheidungsfindung bei.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Im Zuge der Diskussionen um den Mercosur-Deal wurden die unterschiedlich gelagerten Interessen der EU-Staaten sichtbar. W&auml;hrend die deutsche Industrie das Freihandelsabkommen unbedingt wollte, waren insbesondere franz&ouml;sische Bauern unzufrieden. Wie tariert man diese Interessen aus? Sind Mechanismen wie der CBAM (<i>Carbon Border Adjustment Mechanism</i>; Grenzausgleichssystem der EU) ausreichend oder braucht es erg&auml;nzende Handelsinstrumente?<o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Das <span style=\"mso-fareast-language: DE;\">Mercosur ist ein Abkommen von gestern. Es folgt dem alten Freihandelsmodell, bei dem nur der niedrigste Preis z&auml;hlt. Wer am billigsten produziert, gewinnt. Umwelt-, Klima-, Gesundheits- und Sozialkosten werden weitgehend ignoriert. In den Preisen spielen sie keine Rolle. Handelspolitik muss heute Umwelt- und Agrarpolitik integrieren, um zukunftsf&auml;hige Gesch&auml;ftsmodelle in der Landwirtschaft weltweit zu f&ouml;rdern. Ein gegen&uuml;ber dem CBAM weiterentwickelter &bdquo;Agrar-BAM&ldquo; kann dabei helfen.<o:p></o:p></span></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Allerdings muss ber&uuml;cksichtigt werden, dass Agrarg&uuml;ter von einer Vielzahl von Produzenten erzeugt werden. Das hei&szlig;t, man kann nicht auf produzentenspezifische CO2-Emissionen umstellen, wie etwa bei der Herstellung von Stahl durch eine Handvoll Firmen. Stattdessen m&uuml;ssten l&auml;nder- und produktspezifische Emissionsfaktoren f&uuml;r Agrarg&uuml;ter, zum Beispiel auf der Grundlage von FAO-Daten (Anm. d. Red: <i>Food and Agriculture Organization</i>), ermittelt werden.<span style=\"mso-fareast-language: DE;\"> Und bei der Ermittlung und Bepreisung von Umweltbelastungen durch Minerald&uuml;nger und Pestizide m&uuml;sste auf Daten von Herstellern oder H&auml;ndlern zugegriffen werden. Das ist machbar, gerecht und mit vergleichsweise weniger B&uuml;rokratie verbunden als das bisherige Subventions-Agrarsystem. </span><o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b><i>nature solidarity</i> spricht auch bewusst das Thema Tierwohl in der Agrarpolitik an. Mitunter werden solche Themen stiefm&uuml;tterlich behandelt, Tierleid als unvermeidbare Begleiterscheinung industrialisierter Nahrungsmittelproduktion akzeptiert. Wie k&ouml;nnen wirksame Tierschutzgesetze verankert werden? <o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-fareast-language: DE;\">Vermeidbare Schmerzen, Sch&auml;den und Leiden von Millionen Tieren im Agrarsektor des EU-Binnenmarkts sind an der Tagesordnung. &Uuml;brigens unabh&auml;ngig von der Betriebsgr&ouml;&szlig;e. Sie bedeuten nach wie vor Wettbewerbsvorteile, denn den Preis zahlen die Tiere. Es ist wissenschaftlich l&auml;ngst erwiesen und vielen Praktikern sonnenklar: Ein sch&ouml;ner Stall und gro&szlig;er Auslauf sind bestenfalls notwendige Voraussetzungen daf&uuml;r, dass ein Landwirt die n&ouml;tigen Tierschutzleistungen erbringt. Eine Garantie f&uuml;r gelungenen Tierschutz sind sie jedoch nicht. <o:p></o:p></span></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b><span style=\"mso-fareast-language: DE;\">Was br&auml;uchte es noch?<o:p></o:p></span></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><span style=\"mso-fareast-language: DE;\">Der entscheidende Gradmesser daf&uuml;r, ob sich ein Tier in seinem meist sehr kurzen Leben wohl f&uuml;hlt, ist sein Gesundheitszustand. Tierschutz, der diesen Namen verdient, gibt es nur bei gr&ouml;&szlig;ter Transparenz &uuml;ber den wahren Gesundheitszustand der Tiere. Denn nur Tiere, die weitestgehend frei von &bdquo;Schmerzen, Sch&auml;den und Leiden&ldquo; leben, wie es im Tierschutzgesetz hei&szlig;t, k&ouml;nnen sich auch wirklich &bdquo;wohl&ldquo; f&uuml;hlen. <o:p></o:p></span></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wir fordern die systematische und betriebsgenaue Erfassung der wichtigsten Tiergesundheitsdaten, um Problembetriebe zuverl&auml;ssig zu identifizieren und Tierleid gezielt zu bek&auml;mpfen. Tiergesundheitsdatenbanken k&ouml;nnten f&uuml;r mehr Wettbewerb um besseren Tierschutz und f&uuml;r eine faire Entlohnung guter Tierschutzleistungen sorgen: Wer die ges&uuml;ndesten Tiere aufzieht, bekommt die h&ouml;chsten Preisaufschl&auml;ge.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><b>Was sollte man &uuml;ber <i>nature solidarity</i> noch wissen? Werden Sie von staatlichen Stellen unterst&uuml;tzt oder stehen Sie bestimmten politischen Parteien nahe?<o:p></o:p></b></p>\n<p class=\"MsoNormal\">Wir sind ein gemeinn&uuml;tziger Verein und legen gr&ouml;&szlig;ten Wert auf politische Unabh&auml;ngigkeit. Deshalb lehnen wir Gelder und Auftr&auml;ge von staatlichen Stellen, politischen Parteien und Unternehmen ab. Auch die Mitgliedschaft in Kommissionen und Arbeitskreisen von nationalen Regierungen und EU-Organen ist f&uuml;r uns tabu.<o:p></o:p></p>\n<p class=\"MsoNormal\"><i>nature solidarity</i> finanziert sich ausschlie&szlig;lich durch private und institutionelle Spenden. Unsere Arbeit ist getan, wenn die agrarpolitischen Weichenstellungen f&uuml;r einen biodiversit&auml;ts-, klima- und tierfreundlichen Agrarsektor in der EU erfolgt sind, in dem auch die Landwirte ein gutes Auskommen haben. Die Biodiversit&auml;tskrise ist real und kann uns alle massiv betreffen. Wenn wir die richtige Agrarpolitik gegen die heute noch m&auml;chtige Agrarlobby durchsetzen, k&ouml;nnen wir diese Krise in der EU selbst bew&auml;ltigen.</p>"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[{"node":{"label":"17/2026","slug":"172026","sections":[{"category":{"name":"Editorial","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-JSET5iAZSdmY-pDls9aHRQ-de","title":"Big bad China war gestern: eine \"fantastische Zukunft\" aus Kalkül?","slug":"big-bad-china-war-gestern-eine-fantastische-zukunft-aus-kalkul","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"der Redaktion","slug":"redaktion"}]}]},{"category":{"name":"Wirtschaft","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-dNN9njIQS2aUvr1jdlJgqA-de","title":"Die chinesische Fingerfalle: Warum Amerikas Politik an der Börse scheitert","slug":"die-chinesische-fingerfalle-warum-amerikas-politik-an-der-borse-scheitert","visibility":"Geschlossen","authors":[{"name":"Matt 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