{"componentChunkName":"component---src-templates-article-tsx","path":"/242025/klingbeil-will-steuer-auf-krypto-gewinne/","result":{"data":{"allDatoCmsArticle":{"edges":[{"node":{"id":"DatoCmsArticle-Z26RJGQoQ4WunbuoMHlJWA-de","slug":"klingbeil-will-steuer-auf-krypto-gewinne","articleType":"Normal","visibility":"Immer offen","deactivateAudio":false,"authors":[{"id":"DatoCmsAuthor-RgJZn9u1SHG64wEwrPSsMw-de","slug":"lukas-poths","name":"Lukas Poths","description":"<p><span><span class=\"ui-provider a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z ab ac ae af ag ah ai aj ak\" dir=\"ltr\"><strong>Lukas Poths</strong> studierte Germanistik und Franz&ouml;sisch an der Johannes Gutenberg-Universit&auml;t. 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Bis zu 11,4 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen stehen im Raum.<o:p></o:p></h3><p class=\"MsoNormal\">Als Lars Klingbeil Ende April via Pressekonferenz die Abschaffung der Bitcoin-Haltefrist in den Raum stellte, machte sich in der Krypto-Szene Unruhe breit. Deutschland verliere einen Standortvorteil, wenn man die Steuerbegünstigung streiche, warnt das Portal <a href=\"https://krypto-guru.de/news/bitcoin-haltefrist-abschaffung-klingbeil-steuerreform-2027/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Krypto-Guru</a>. Bitpanda-Gründer Eric Demuth pflichtete auf <a href=\"https://x.com/eric_demuth/status/2049551658187997453\">X</a> bei. Deutschland solle den Fehler Österreichs nicht wiederholen, so der Krypto-Unternehmer. Österreich hatte die Haltefrist bereits 2022 abgeschafft.<o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Aktuell genießen Anleger ein Deutschland noch den Vorteil, dass alle Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen steuerfrei sind, wenn der Asset für mindestens ein Jahr gehalten wurde. Das ist als Haltefrist bekannt. Spekulative Kurzfristgewinne werden dagegen besteuert. Die Regelung soll privaten Anlegern den Vermögensaufbau per Krypto erleichtern. Möglich ist das, weil Bitcoin und Co als „Sonstige Wirtschaftsgüter“ gelten<o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Nach Klingbeils Vorstoß und dem schwindenden Widerstand der Union gegen die Pläne des SPD-Ministers zittert die Branche jetzt dem sechsten Juli entgegen. Dann wird der Haushaltsentwurf für die Periode 2027 vorgelegt. Seine bereits veröffentlichten <a href=\"https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2026/04/2026-04-29-eckwerte-bundeshaushalt-2027.html\">Eckwerte</a> sehen neue Steuerpakete zur Haushaltskonsolidierung vor. Neben Zucker- und Plastikabgabe sollen dann auch langfristige Krypto-Gewinne besteuert werden können. <o:p></o:p></p><h3 class=\"MsoNormal\">Ende eines Sonderwegs<o:p></o:p></h3><p class=\"MsoNormal\">Die Aufhebung der Haltefrist gilt als wahrscheinlich. Deutschland würde damit ein Steuerprivileg abschaffen, das in Europa eher die Ausnahme als die Regel ist. Nach Haltefrist steuerfrei sind Krypto-Gewinne nur hierzulande, zudem in Luxemburg, Portugal und Ungarn. Die meisten EU-Staaten besteuern sie ähnlich wie Erträge aus anderen Asset-Klassen – entweder mit einer Flat Tax oder progressiv. Für Anlagen wie Aktien existiert keine Haltefrist mit entsprechendem Steuervorteil. <o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Die Gleichbehandlung der Anlageklassen dürfte aber nur ein Teil der Motivation für den Gesetzesvorstoß sein. <a href=\"https://zevedi.de/efinblog-kryptohaltefrist-deutschlands-uberflussigstes-steuergeschenk/\">Bis zu 11,4 Milliarden Euro</a> seien allein im Jahr 2024 an zusätzlichen Steuereinnahmen möglich gewesen, errechnet Co-Pierre Georg. Der Direktor des&nbsp;Blockchain Center&nbsp;an der&nbsp;Frankfurt School of Finance &amp; Management ist einer der bekanntesten Kritiker der Haltefrist. Er sieht neben dem potenziellen Steueraufkommen einen weiteren Grund, das Krypto-Steuerprivileg abzuschaffen: Der Markt sei inzwischen so weit entwickelt, dass die Einordnung als „Sonstige Wirtschaftsgüter“, wie sie auch für Kunst oder Oldtimer gilt, nicht mehr zutreffend sei. Blockchain-Güter würden inzwischen eher wie Hochrisiko-Tech-Werte gehandelt. Der Vergleich mit dem sicheren Hafen Gold ließe sich aufgrund der Volatilität beispielsweise bei Bitcoin nicht mehr ziehen. <o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Tatsächlich gibt es <a href=\"https://link.springer.com/article/10.1007/s10690-025-09535-5\">Hinweise</a> dafür, dass Bitcoin auf wirtschaftliche Schocks deutlich volantiler reagiert als Gold. Potenzielle Engpässe beim Rechenzentrums-Ausbau, mögliche Disruptionen in Lieferketten durch geopolitische Ereignisse und verschleppte Energiesystem-Investitionen sind allesamt realistische Faktoren, die zur weiteren Schwächung des Bitcoin – aktuell auf Jahrestiefstwert – beitragen können. Wie die meisten Assets ist er verwundbar und kann nicht wie eine echte Währung durch eine Zentralbank gestützt werden. <o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Hinter der aktuellen Kritik an der Belastung von Anlegern steht in der Kryptoszene häufig eine weitergehende Skepsis gegenüber dem Fiat-Geldsystem: „Die Bitcoin Haltefrist Abschaffung ist damit keine Steuergerechtigkeitsmaßnahme, sondern Symptom eines Fiat-Systems, das seine eigenen Verbindlichkeiten nicht mehr aus laufenden Einnahmen bedienen kann. Wer in einem unbegrenzt vermehrbaren Geld Schulden anhäuft, greift früher oder später auf jene zu, die ihr Kapital in das einzige programmatisch endliche Geld verschoben haben. Die Logik dahinter ist nüchtern: Echte Vermögenswerte werden zur Reserve eines Schuldenstaats“ schreibt der Krypto-Analyst <a href=\"https://krypto-guru.de/news/bitcoin-haltefrist-abschaffung-klingbeil-steuerreform-2027/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jonas Franz</a>. <o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Die grundsätzliche Kritik am Fiat-Geldsystem und das Standortargument bilden zugleich die wichtigsten Rechtfertigungen für die steuerliche Sonderbehandlung von Krypto-Assets. Von den 2024 erzielten Kursgewinnen in Höhe von 47,3 Milliarden Euro wurden aufgrund der Haltefrist lediglich rund 17 Milliarden Euro steuerpflichtig. Für Aktiengewinne fällt dagegen unabhängig von der Haltedauer die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent an. <span style=\"mso-spacerun: yes;\">&nbsp;</span><o:p></o:p></p><p class=\"MsoNormal\">Eine strengere Besteuerung von Kryptowährungen könnte zugleich die Pläne der Europäischen Union für einen digitalen Euro begünstigen. Mit der Zustimmung des Europäischen Parlaments im Juni hat das Vorhaben eine wichtige Hürde genommen. Anders als Bitcoin wäre der digitale Euro Zentralbankgeld und könnte damit ähnlich wie Bargeld unmittelbar als gesetzliches Zahlungsmittel genutzt werden. Die EU-Kommission verbindet damit das Ziel, die Abhängigkeit Europas von US-amerikanischen Zahlungsdienstleistern zu verringern und die europäische Zahlungssouveränität zu stärken. Kritiker warnen hingegen, der digitale Euro könne langfristig zulasten des Bargelds gehen und neue Möglichkeiten staatlicher Kontrolle über den Zahlungsverkehr eröffnen.<o:p></o:p></p>"}]}}]},"allDatoCmsEdition":{"edges":[{"node":{"label":"24/2025","slug":"242025","sections":[{"category":{"name":"Demokratie & Staat","color":"Purple"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-RgfMFCjASNGjcjDFJ-o7nQ-de","title":"Das Ende des amerikanischen Imperiums","slug":"das-ende-des-amerikanischen-imperiums","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Steve Keen","slug":"steve-keen"}]},{"id":"DatoCmsArticle-fKuYKSspSpO-ovmHSEkoCg-de","title":"Marschmusik & Pickelhauben","slug":"marschmusik-and-pickelhauben","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Martin Sonneborn","slug":"martin-sonneborn"}]}]},{"category":{"name":"Kapital & Arbeit","color":"Pesto"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-SdW8s8uEQQybWidU9hekGw-de","title":"Zahl der Woche","slug":"zahl-der-woche-32","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Oliver Schönborn","slug":"oliver-schonborn"}]},{"id":"DatoCmsArticle-ERXA-Hk9TwWbZNwVHMyGYA-de","title":"Deutschlands große Umverteilung nach oben","slug":"deutschlands-grosse-umverteilung-nach-oben","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Oliver Schönborn","slug":"oliver-schonborn"}]}]},{"category":{"name":"Geld","color":"Burgundy"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-Z26RJGQoQ4WunbuoMHlJWA-de","title":"Klingbeils Krypto-Steuer kann kommen","slug":"klingbeil-will-steuer-auf-krypto-gewinne","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Lukas Poths","slug":"lukas-poths"}]},{"id":"DatoCmsArticle-B3JGkdaETaijBAheKNLVXg-de","title":"Petrodollar 2.0","slug":"petrodollar-20","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Pablo Cotarelo","slug":"pablo-cotarelo"}]},{"id":"DatoCmsArticle-Tx-VR6rhTkm6cW1yG5xQNQ-de","title":"Alles ist bereit für den Crash","slug":"alles-ist-bereit-fur-den-crash","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Dirk Bezemer","slug":"dirk-bezemer"}]}]},{"category":{"name":"EUROpa","color":"ToreaBlue"},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-KXe5ROJGQ9CAZj4PER_AcQ-de","title":"Europa vertagt den Clash mit China – vorerst ","slug":"europa-vertagt-den-clash-mit-china-vorerst","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Eric Bonse","slug":"eric-bonse"}]}]},{"category":{"name":"Wirtschaft","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-DpvFJ3lXS_uqfJPe0Lifaw-de","title":"Argentinien und Brasilien: Wer die Devisen kontrolliert, kontrolliert die Entwicklung","slug":"argentinien-und-brasilien-wer-die-devisen-kontrolliert-kontrolliert-die-entwicklu","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Sergio Martin Paez","slug":"sergio-martin-paez"}]}]},{"category":{"name":"MAKROSKOP science","color":""},"articles":[{"id":"DatoCmsArticle-C9Oa64QnQpWgPCVMUoFaiw-de","title":"Der Vereinnahmte","slug":"adam-smith-der-vereinnahmte","visibility":"Immer offen","authors":[{"name":"Heinz-J. 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