Edition MAKROSKOP

Wir inititieren und unterstützen Buchpublikationen zu ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Themen. Die Edition erweitert und vertieft unser Bildungsangebot – sehen Sie die drängenden Fragen der Zeit mit den Augen der MARKOSKOP-Autoren.

Die blinden Flecken der Demokratie

Promedia 2023. 264 S. 10,7 x 17,5. brosch.

Print: € 23,00. ISBN: 978-3-85371-522-2.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-912-1.

Das Wort „Demokratie“ birgt seit jeher große Versprechungen: Freiheit, Menschenrechte, Mitbestimmung, Gerechtigkeit, Wohlstand und Frieden sollen sich mit ihr einstellen. Doch ihr Glanz ist verblasst, meint der Autor und Pädagoge Armin Groh. Die westlichen Gesellschaften sind gespalten, der Autoritarismus ist auf dem Vormarsch, die soziale Ungleichheit nimmt zu, Millionen leiden unter Armut und Hunger, das Vertrauen in die politischen Institutionen ist geschwunden und Kriege wurden zu ständigen Begleitern.

Hält die Demokratie nicht, was sie verspricht? Wäre es folglich besser, sich von ihr zu verabschieden? Die Diagnose dieses Buchs ist eine andere: Unser Bild von Demokratie ist voller blinder Flecken. Diese betreffen insbesondere die Rolle der demokratischen Gemeinschaft in Fragen des Eigentums, der Wirtschaft, der Globalisierung und der Öffentlichkeit. Während die Bürger vor Wahlen regelmäßig dazu aufgerufen werden, vom „Königsrecht“ der Demokratie Gebrauch zu machen, sehen sie sich ansonsten weitgehend auf die Rolle von isolierten Konsumenten beschränkt.

Der Autor begleitet zwei Schüler auf einer Entdeckungsreise in die politische Philosophie und lässt sie und ihre Altersgenossen über die vielen Ansätze und Hindernisse einer demokratischen Gesellschaft diskutieren. Sie unterhalten sich etwa über die richtige Herrschaftsform, über Marktwirtschaft und Privateigentum, über Partikularismus, Nationalismus und Kolonialismus und über Gewalt, Medien und Bildung.

Die anschauliche und gemeinverständliche Darstellung wird durch Übersichten zu den zentralen Begriffen, Argumenten und Positionen großer Denker ergänzt. Der Text ist von erzählerischen Passagen umrahmt, mit denen er die Aktualität der philosophischen Ideen für unsere Lebenswelt unterstreicht.

Der Autor

Armin Groh, geboren 1973, studierte Philosophie, Geschichte und Musik. Er leitete ein mehrjähriges Projekt zur Förderung des wissenschaftlichen Denkens und Schreibens in den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern mit der Universität Köln. Groh arbeitet als Fachleiter für Philosophie in der LehrerInnenausbildung und ist Mitglied der fachdidaktischen Kommission des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums für das Fach Ethik.

Die ökonomische Vernunft der Solidarität

Promedia 2023. ca. 224 S. 14,8 x 21. brosch.

Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-516-1.
E-Book: € 18,99. ISBN: 978-3-85371-909-1.

Viele Ökonomen sehen im Sozialstaat nur einen Kostenfaktor. Sie befassen sich kaum mit Sozialpolitik, obwohl das diesbezügliche Budget in Deutschland fast ein Drittel des BIP umfasst. Die ökonomischen Eigenarten des Sozialstaats passen nicht in die Welt des Neoliberalismus, der alle sozialen und ökonomischen Beziehungen in seine Kosten-Nutzen-Relationen presst.

Dieser Ignoranz stehen Klagen über eine Ökonomisierung des Sozialen gegenüber, die übersehen, dass die Sozialpolitik sich nicht mehr auf Umverteilung beschränkt, sondern auch eine wachsende Branche von gesundheitlichen und sozialen Diensten steuert. Hartmut Reiners zeigt, dass das Sozialversicherungssystem trotz aller Reformbedürftigkeit in seinen Grundzügen eine hohe volkswirtschaftliche Vernunft aufweist. Die Privatisierung der von ihm abgesicherten sozialen Risiken ist nicht nur aus sozialer, sondern auch aus ökonomischer Perspektive gesellschaftlich schädlich.

So kann etwa die Arbeitslosigkeit von der Versicherungswirtschaft wegen ihrer unkalkulierbaren Parameter gar nicht abgesichert werden. Die Umstellung der Rentenversicherung von einer solidarischen Umlagefinanzierung auf ein privates, kapitalgedecktes System macht die Alterssicherung von den Launen des Finanzmarktes abhängig und ist mit hohen Ausgaben verbunden, die nicht den Versicherten zugutekommen, sondern den Versicherungen und Kapitalfonds. Die gesetzliche Krankenversicherung bietet die gleichen Leistungen zu deutlich niedrigeren Kosten als die private Krankenversicherung, wie ein Vergleich der Ausgaben zeigt.

Der Autor fordert daher ein Ende der Privatisierung in der Sozialpolitik und eine Demokratisierung des Sozialstaats.

Der Autor

Hartmut Reiners, geboren 1945 in Bad Rothenfelde (Niedersachsen), ist Volkswirt und Gesundheitsökonom. Er war viele Jahre in den Gesundheitsministerien von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg tätig und an Reformen der Krankenversicherung zwischen 1988 und 2009 beteiligt.

Postkeynesianismus – Eine Einführung

Promedia 2022. 240 S. 10,7 x 17,5. brosch.

Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-506-2.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-902-2.

Die Pandemiemaßnahmen und der Krieg in der Ukraine befeuern eine schwelende Wirtschaftskrise. Die euphemistisch „Klimakrise“ genannte Umweltzerstörung bleibt als klaffende Wunde in unserer auf Kapitalverwertung basierenden Gesellschaft bestehen. Klimaziele zu beschwören und ansonsten auf marktkonforme Problemlösungen zu setzen, wird der Tatsache nicht gerecht, dass ein radikaler Umbau unseres gesamten ökonomischen Systems ansteht. 

John E. King erläutert die besonderen Merkmale der postkeynesianischen Wirtschaftslehre, einer Schule, die in der Nachfolge des britischen Ökonomen John Maynard Keynes für eine sozial gerechtere Wirtschaftsordnung eintritt. Er beginnt mit einem Überblick über die Kernelemente der Theorie und erklärt, wie sie sich von anderen Schulen unterscheidet. Im Weiteren befasst er sich mit wichtigen methodischen Fragen, die die Postkeynesianer von den Mainstream-Ökonomen trennen, mit ihrer Behandlung von Unternehmen, ArbeiterInnen und Haushalten und ihrer Analyse von Wirtschaftswachstum und Entwicklung.

Den postkeynesianischen Ansatz erläutert King insbesondere in Bezug auf Geld- und Steuerpolitik, Einkommen und Umwelt, wobei er den Kontroversen über Sparmaßnahmen und Austeritätspolitik und der Reform des Finanzsektors und des internationalen Währungssystems große Aufmerksamkeit widmet.

Diese Einführung ist für ein breites Publikum geschrieben, das nach Alternativen zu sogenannten „Strukturreformen“ und zur makroökonomischen Idealisierung des Konzepts der „schwäbischen Hausfrau“ sucht.

Der Autor

John E. King, geboren 1947, studierte Philosophie, Politik und Volkswirtschaft in Oxford. Er lehrte an der Universität Lancaster und der School of Economics der La Trobe-Universität in Melbourne. Seit 2013 ist er emeritierter Professor. Er forscht und publiziert zur Geschichte ökonomischer Denkschulen und zu ökonomischem Pluralismus.