Energie als Waffe: Wie die USA Europa schwächen
Europa wollte sich von russischer Energie lösen und unabhängig werden. Stattdessen ist eine neue Abhängigkeit entstanden: von amerikanischem Flüssiggas. Wie Energiepolitik zum geopolitischen Druckmittel wird.
„Europa sichert die Kontrolle über seine Energieversorgung und stärkt seine Autonomie.“ So verkündete es letzte Woche Roberta Metsola, Präsidentin des Europäischen Parlaments, anlässlich des Beschlusses eines vollständigen Importverbots für russisches Gas, das bis zum Jahresende in Kraft treten soll. Doch der demonstrative Optimismus ist fehl am Platz. Denn tatsächlich hat die EU lediglich eine Abhängigkeit gegen eine andere eingetauscht.
Was Europa früher über Pipelines aus Russland bezog, stammt heute überwiegend aus den Vereinigten Staaten. Rund 60 Prozent der europäischen Flüssiggasimporte (LNG) kommen inzwischen aus den USA. Damit ist jedoch nicht nur ein Lieferant gewechselt worden, sondern die gesamte Struktur der Energieversorgung.
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