Über staatliche Wirtschaftsplanung
Nach dem britischen Ausstieg aus dem Goldstandard 1931 gewann John Maynard Keynes erneut Einfluss auf die Wirtschaftspolitik. In einer BBC-Rede von 1932 plädierte er für staatliche Planung und neue industriepolitische Konzepte.
Nachdem sich die britische Regierung am 21. September 1931 unter dem enormen Druck der Finanzkrise entschlossen hatte, den Goldstandard aufzugeben, gewann Keynes, der dessen Wiedereinführung stets kritisiert hatte, wieder stärkeren Einfluss auf die finanz- und wirtschaftspolitische Meinungsbildung in Regierungskreisen, insbesondere im Schatzamt und im Beraterkreis des Premierministers. Als Teil einer Serie über Staat und Industrie sprach Keynes am 14. März 1932 in der BBC über staatliche Planung.
Es liegt eine neue Idee in der Luft – eine neue Idee von den möglichen Funktionen der Regierung; und in diesem Vortrag, dem vorletzten in einer Reihe über Staat und Industrie, muss ich versuchen, aus der Luft zu greifen und anschließend wieder in den Äther zurückzuschicken, was diese neue Vorstellung ist. Genannt wird sie Planung – staatliche Planung, etwas, wofür wir noch vor fünf Jahren im Englischen nicht einmal ein gebräuchliches Wort hatten. Das ist nicht Sozialismus und auch nicht Kommunismus. Wir können die Wünschbarkeit, ja sogar die Notwendigkeit von Planung akzeptieren, ohne Kommunist, Sozialist oder Faschist zu sein.
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