Makroskop
90 Jahre General Theory

Der Ökonom als Antiquar: Keynes’ Weg über den Kapitalismus hinaus

| 19. Februar 2026

Keynes‘ Verhältnis zur Politischen Ökonomie lässt Rückschlüsse auf sein politisches Denken ziehen: Er versuchte im Kapitalismus Potenziale zu wecken, die über die bloße Logik des Marktes hinausgehen.

Selbst als John Maynard Keynes bereits als weltberühmter Architekt der modernen Weltwirtschaft galt, verbrachte er seine Samstagnachmittage am liebsten in den Antiquariaten von Cambridge. Gemeinsam mit dem italienischen Ökonomen Piero Sraffa durchforstete er verstaubte Regale nach den Werken der Politischen Ökonomie des 18. Jahrhunderts, schildert der Wirtschaftswissenschaftler Richard Kahn.[1]

Diese Suche war weit mehr als ein bibliophiles Hobby; sie war Ausdruck einer tiefen intellektuellen Verbundenheit mit einer Zeit, in der Wirtschaft noch als „Moralwissenschaft“ und nicht als technokratische Optimierung verstanden wurde. Keynes[2] macht klar: Er sieht sich als „Kind im Geiste“ von Adam Smith, Malthus und Ricardo.

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