Makroskop
Von den Layen

Free the Stream!

| 18. Februar 2026

1000 Euro jährlich zahlen, oder auf Fußball verzichten? Weder noch. Viele Sportbegeisterte werden immer häufiger zu Streaming-Piraten.

Realsatire in der EU? Der Satiriker Martin Sonneborn kennt sich als TITANIC-Herausgeber und Europaabgeordneter bestens mit seinem Fach aus. Der Alltag in Brüssel schreibt Geschichten, die selten an die Öffentlichkeit gelangen – gut, dass Sonneborn sie regelmäßig auf MAKROSKOP teilt.

Wie teuer und umständlich soll Fußballgucken eigentlich noch werden? Frage für einen Freund. Ich selbst schaue immer in Kneipen. Trinker Smiley. Der Freund hingegen klagt über unsympathische Streaminganbieter, bei denen er sich mittlerweile anmelden muss. Früher war Fußball der Sport der elf Freunde, heute ist es der Sport der elf Abos.

Immer beliebter werden deshalb Piratenwebseiten. Klar, manchmal klickt man da aus Versehen auf eine Porno-Spam-Werbung – sagt der Freund – und sieht sich plötzlich mit Kreditkarten-Abzocke konfrontiert. Das sei jedoch immer noch besser als Abos bei RTL, DAZN, Sky und Amazon für zusammen knapp 1000 Euro im Jahr.

Für das Geld kann man sich dann lieber ab und zu abzocken lassen. Das ist auch weniger peinlich als ein RTL-Abo. Wenn als Streaminganbieter bald noch Paramount, HBO, 3sat und die Deutsche-Bahn-App dazu kommen, wird es wohl weiterhin in vielen Haushalten heißen: Piraterie enttäuscht dich nie – sagt zumindest der Freund.