Gruselige Renten-Geschichten
Die Renten sind relativ stark gestiegen. Der Ökonom Moritz Schularick findet das schaurig. Was ist da los? Ein Blick auf die Altersbezüge und ihre Bewertung.
Manche Menschen gruseln sich vor dem Bildschirm, wenn unter dem Bett des friedlich schlafenden Menschen eine Kralle auftaucht und sich lautlos auf die Bettkante schiebt. Manche graust es, wenn aus dem harmlos scheinenden Ei – zack – ein unheimliches Wesen herausschießt. Den bekannten Ökonomen Moritz Schularick wiederum schaudert es nach eigenem Bekunden, wenn er an die jüngsten Rentenerhöhungen denkt. Auch andere stimmen das Publikum darauf ein, dass in der Geschichte mit den Alten und dem vielen Geld Unheil droht. Wo lauert hier die Gefahr?
Folgt man der „Bild“-Zeitung, anderen großen Medien und einigen einflussreichen Ökonomen, ist die Sache klar: Es sind die Rentenausgaben, die eine Bedrohung sind – für junge Menschen, für die Wirtschaft und für ganz Deutschland. Entsprechend harsch wurde der Beschluss der schwarz-roten Koalition kommentiert, das Rentenniveau vorerst stabil zu halten. Die Koalition habe damit eine „Kostenbombe“ gebaut, schreib die „Bild“-Zeitung. Sie treibe eine Politik voran, „die das Land an den Abgrund manövriert“, urteilte die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Die „wirtschaftliche Verheerungen“ dieser Politik seien absehbar, konstatierte die „FAZ“. Und die „WAZ“ kommentierte bereits im vorigen Sommer: „Die Babyboomer fluten das Rentensystem und leeren die Kasse. Bezahlen sollen das ihre Kinder. Die Bundesregierung macht es nur noch schlimmer.“
[...]Nichts schreibt sich von allein!
MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.
Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.
Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.
Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button.
ABONNIEREN SIE MAKROSKOP