„Das Regime kann Krieg überleben, aber keine Kapitulation"
Der politische Analyst Trita Parsi über die Strategie des Mullah-Regimes und Trumps strategisches Dilemma.
Der iranisch-stämmige Trita Parsi ist Executive Vice President des „Quincy Institute for Responsible Statecraft“[1], Mitbegründer des „National Iranian American Council“ und Autor mehrerer Bücher über die US-Außenpolitik im Nahen Osten. Am 5. März erläuterte er im Gespräch mit der Journalistin Rosanna Lockwood und dem ehemaligen britischen Geheimdienstchef Richard Dearlove für den Podcast „One Decision“ seine Sicht auf den Krieg im Iran. Eine Zusammenfassung von Ulrike Simon.
Washingtons Plan A ist gescheitert
Die Vereinigten Staaten hatten innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Angriff auf den Iran einen taktischen Erfolg mit der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei und mehreren Personen aus der Befehlskette. Doch entgegen den Erwartungen in Washington hat dies das iranische Militär nicht gelähmt. Der Oberste Führer war bereits nach dem Junikrieg aus den Operationen herausgenommen worden. Wichtiger noch: Die Iraner hatten für alle Schlüsselpositionen bis zu fünf Ersatzleute identifiziert und die Entscheidungsfindung dezentralisiert. Selbst wenn die zentrale Kommandoebene kompromittiert würde, können lokale Kommandeure operieren. Denn das revolutionäre System war auf genau dieses Szenario vorbereitet. Es wurde vor 47 Jahren so konzipiert, dass es Konterrevolutionen widerstehen konnte, seien es Versuche von außen zur Herbeiführung eines Regimewechsels oder Aufstände im Inneren.
Nichts schreibt sich von allein!
MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.
Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.
Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.
Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button.
ABONNIEREN SIE MAKROSKOP