Brasilien

Der „Mythos“ implementiert den autoritären Neoliberalismus

| 25. März 2019
Jair Bolsonaro / Bild auf Facebook

In nur etwas mehr als drei Monaten im Amt hat der ehemalige Armeekapitän Jair Bolsonaro Brasilien ins Chaos gestürzt. Das sagt viel aus, wenn man bedenkt, in welchem schwierigen Zustand sich die öffentliche Verwaltung des Landes schon vor Bolsonaro befand.

Zynisch gesehen, hätte der durch die neue Regierung bereits angerichtete Schaden noch viel schlimmer sein können. Wenn nämlich das Team um Bolsonaro regiert hätte, anstatt so viel Zeit und Energie mit gegenseitigen Beleidigungen und Machtkämpfen zu verschwenden. Allein im Bildungsministerium wurden im März in nur acht Tagen dreizehn hochrangige Offiziere versetzt. Die internen Streitereien muten skurril an. Abscheuliche Videoclips kursieren, raue Drohungen werden untereinander ausgesprochen und Lügen verbreitet. Dass der neue Präsident seine drei eigensinnigen Söhne in den inneren Regierungskreis hievte, macht die Sache noch schlimmer. Jeder von ihnen ist auf eine andere Art des Skandals spezialisiert.

Insgesamt versinkt die Regierung in einen Morast aus Gerüchten, Verleumdungen und Angriffen auf die Schwächsten der Gesellschaft, mitunter verpackt in Tweets von beispielloser Grobheit und Brutalität. Man droht aber auch, den Obersten Gerichtshof aufzulösen oder die Opposition niederzuwalzen. Nichts ist mehr heilig. Der Staat ist zur Beute krimineller Machenschaften geworden. Im Vergleich zu Bolsonaro und seinem Clan bietet Donald Trump ein Beispiel für Selbstdisziplin, moralische Rechtschaffenheit und Respekt vor dem Gesetz.

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