Entwicklungspolitik

Der Mythos von Chinas großer Strategie

| 31. August 2020
istock.com/pulpitis

China gilt als das Gegenteil des Westens: streng kontrolliert, hyperstrategisch und gut organisiert. Doch ausgerechnet das Megaprojekt ››Neue Seidenstraße‹‹ zeigt ein anderes Bild.

Die Konfrontation des Westens mit China erreicht neue Ausmaße. Die Auseinandersetzungen um den Handel, das Südchinesische Meer, COVID-19 und Huawei's Rolle in der 5G-Entwicklung deuten auf einen neuen Kalten Krieg mit Peking hin. Doch so viele gute Gründe es gibt, China zu kritisieren, wächst auch die Gefahr, dass eine pauschale China-Phobie zu einem verzerrten Verständnis des chinesischen Handlungskontexts und zu vorschnellen politischen Reaktionen führt.

In Bezug auf Chinas Projekt ››Neue Seidenstraße‹‹ – genauer: ››Belt and Road Initiative‹‹ (BRI) – trifft dies zweifellos zu, wie ich in einem neuen Bericht für den britischen Think-Tank Chatham House darlege. Die BRI, die die Außenpolitik von Präsident Xi Jinping prägt, fördert die Vernetzung der Infrastruktur in ganz Eurasien und Ostafrika. Sie gilt als ››große Strategie‹‹, die die Hegemonie der USA herausfordert und aus Sicht westlicher Beobachter eine Gegenreaktion verlangt.

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