Die Entmachtung der Märkte in der Eurozone
Relativ unbeobachtet von den Medien und der Fachwelt hat die Einrichtung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) durch die EZB die Macht der Finanzmärkte über die nationalen Regierungen in der Eurozone vorläufig stark begrenzt. Nun geht es darum, das auf Dauer zu stellen.
Das PEPP der EZB ist ein Programm zum Ankauf von öffentlichen und privaten Anleihen. 750 Mrd. € sind dafür erstmal vorgesehen. Ziel ist es, die Zinsaufschläge der besonders stark betroffenen Länder, wie etwa für Italien, niedrig zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen, hat man der EZB große Flexibilität bei der Zusammensetzung des Portfolios eingeräumt und angekündigt, dass auch bereit ist das Programm „by as much as necessary and for as long as needed"
Ein Rückblick
Wir erinnern uns: In der sogenannten Euro-Krise war die EZB der Meinung, dass sie für die Solvenz der nationalen Regierungen der Eurozone nicht zuständig wäre. Eine Zahlungsfähigkeit einiger Mitgliedsländer der Europäischen Währungsunion (EWU) - wie insbesondere von Griechenland, später auch Italien, Portugal, Spanien und Irland - wurde von Gläubigern angezweifelt. Das Länderkürzel PI(I)GS stand für die Gruppe von Ländern, deren Staatsanleihen im Preis abstürzten. Dies war der Anfang der Erzählung, die Eurokrise wäre von den Krisenländern selbst ausgelöst worden und nicht vom Lohn-Dumping in Deutschland und Immobilienblasen in Spanien und Irland, die von deutschen Banken mitbefeuert wurden.
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