Finanzsystem

Die EZB hat entschieden, aber entschieden ist nichts

| 23. Januar 2015

Die EZB hat also getan, wovor man in Deutschland so sehr gewarnt hatte. Sie kauft unter anderem Staatsanleihen in durchaus beachtlichen Quantitäten, um durch dieses „quantitative easing“ genannte geldpolitische Instrument das Wachstum in der Eurozone anzuregen und anhaltende Deflation zu vermeiden. Um die Inflationsrate wieder in Richtung des von ihr festgelegten Zieles von nahe zwei Prozent zu bewegen, setzt die EZB also auf verschiedene Mechanismen, unter anderem auf die Senkung der langfristigen Zinsen, eine Abwertung des Euro und darauf, dass Banken, denen die Anlagemöglichkeiten knapp werden, vermehrt private Investoren suchen.

Mit 60 Milliarden Euro pro Monat bewegt sich die Summe, die die EZB einsetzen will, in der Größenordnung, in der auch die amerikanische Zentralbank lange Zeit (mit 85 Milliarden Dollar pro Monat) interveniert hat. Es gibt, und das ist wohl ein Zugeständnis an die deutsche Kritik, bei dem Programm Grenzen für das, was an einem bestimmten Markt gekauft wird, Grenzen für Käufe von bestimmten Emittenten und ein gewisses „risk sharing“, eine Haftungsbegrenzung für einzelne nationale Notenbanken und für die EZB. All dies hat Mario Draghi in seiner Pressekonferenz aber mehrfach als nicht „essentiell“ für die Durchführung und den Erfolg dieses Programms bezeichnet.

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