Länder

Die Niederlande, Belgien und Dänemark – drei kleine Länder in großen Schwierigkeiten, Teil III

| 06. Februar 2014

Im ersten und zweiten Teil haben wir gezeigt, dass es für die drei kleinen Länder lange Zeit eine erfolgreiche Strategie war, dem großen Nachbarn Deutschland in ihrer Wirtschaftspolitik unmittelbar zu folgen, oder, wie die Niederlande, sogar vorauszueilen. Jetzt aber, wo die Überschüsse in den Leistungsbilanzen nicht mehr so leicht weiter erhöht werden können, weil die Defizitländer an Verschuldungsgrenzen stoßen, stellt sich die Frage nach einer neuen wirtschaftspolitischen Strategie in großer Schärfe.

Die Niederlande und Belgien haben mit ihrer Strategie der Lohnzurückhaltung immer auf Deutschland geschaut und versucht, sich möglichst nahe bei dem übermächtigen Partner zu halten. Dänemark hat sich dagegen weniger eng an Deutschland angelehnt; wichtige Märkte liegen für dieses Land auch in Skandinavien, und sein Binnenmarkt spielt eine vergleichsweise größere Rolle, weil die Exportquote mit knapp 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts deutlich kleiner ist als in Belgien und den Niederlande, die es auf 85 bzw. 90 Prozent bringen. Zwischen 2001 und 2007 wich das Wachstum der dänischen Binnennachfrage stärker von der deutschen Entwicklung nach oben ab, als das in Belgien und den Niederlanden der Fall war (vgl. Abbildung 13). Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 ist es umgekehrt: Dänemark hat einen schärferen Einbruch zu verzeichnen und hat sich davon bislang nicht erholt. Die Niederlande sind allerdings in den letzten beiden Jahren noch deutlich stärker in die Rezession geraten als Dänemark.

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