Länder

Die wirtschaftliche Lage in Bulgarien und Rumänien - 1

| 29. Oktober 2018
pixabay.com

Die Entwicklung in Osteuropa wird im Westen immer noch nach dem Motto ignoriert: Der Markt wird es schon richten. Doch der Markt richtet es nicht. Obwohl die meisten Regierungen glühende Anhänger des Liberalismus sind, stockt der Aufholprozess und neue Krisen deuten sich an.

Es ist erstaunlich, dass man in Westeuropa kaum über die Länder redet, die nach dem Fall der Mauer in ein neues Wirtschaftssystem hineinkollabierten und seitdem in ganz unterschiedlicher Weise und mit unterschiedlichem Erfolg im großen europäischen Strom mitschwimmen. Noch erstaunlicher ist, dass man in den vergangenen zehn Jahren, also nach der großen globalen Finanzkrise und seit Beginn der Eurokrise, von diesen Ländern fast nichts mehr hört, obwohl gerade diese Krise für viele Länder einen entscheidenden Einschnitt darstellte.

Mehr noch als die näher am Westen liegenden Länder gilt das für Länder an den östlichen Außengrenzen der Europäischen Union. Über Bulgarien und Rumänien beispielsweise wird berichtet, wenn Fälle von Korruption aufgedeckt werden oder der Ausgang von Wahlen den Westen überrascht, weil diese Länder kaum stabile Regierungsverhältnisse finden können. Die Tatsache, dass insbesondere diese beiden Länder bis heute die damals ausgelöste Krise nicht überwunden haben und wirtschaftlich kaum noch vorankommen, ist nicht ins westliche Bewusstsein vorgedrungen. Man will vermutlich nicht wahrhaben, dass es in der Marktwirtschaft keine Automatik erfolgreicher Anpassung für solche Länder gibt.

[...]

Nichts schreibt sich von allein!

Nur für Abonnenten

MAKROSKOP analysiert wirtschaftspolitische Themen aus einer postkeynesianischen Perspektive und ist damit in Deutschland einzigartig. MAKROSKOP steht für das große Ganze. Wir haben einen Blick auf Geld, Wirtschaft und Politik, den Sie so woanders nicht finden.

Dabei leben wir von unseren Autoren, ihren Recherchen, ihrem Wissen und ihrem Enthusiasmus. Gemeinsam scheren wir aus den schmaler werdenden Leitplanken des Denkens aus.

Wir verlassen die journalistische Filterblase, in der sich viele eingerichtet haben. Wir öffnen Fenster und bringen frische Luft in die engen und verstaubten Debattenräume.

Brauchen Sie auch frische Luft? Dann folgen Sie einfach dem Button.

ABONNIEREN SIE MAKROSKOP
Schon Abonnent? Dann hier einloggen!