Finanzsystem

„Philosophische Unterschiede“ in den G 20 und die deutsche Schuldenphobie

| 23. September 2014

Offensichtlich hat es beim Treffen der G 20 Finanzminister in Australien am vergangenen Wochenende heftigen Streit gegeben (vgl. dazu den Bericht der Financial Times hier und den Text des Kommuniqués hier). Anders kann man es nicht interpretieren, wenn der amerikanische Finanzminister in aller Öffentlichkeit von „philosophischen Unterschieden“ spricht. Die USA und andere haben zum wiederholten Male von Deutschland als dem Land mit dem größten Leistungsbilanzüberschuss in der Gruppe der G 20 (mit Ausnahme von Saudi-Arabien, das weder groß ist noch eine normale Wirtschaftsstruktur aufweist), verlangt, es solle mehr tun, um das Wachstum in Europa anzukurbeln.

Kurz zu den Zahlen: Deutschlands Überschuss betrug 2013 laut IWF 7,5 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), bewegt sich in diesem Jahr auf 8 Prozent hin und stellt damit klassische Überschussländer wie China (2013: 1,9 %) oder Japan (2013: 0,7 %) weit in den Schatten (die unten stehende Tabelle der Inter-Agency Group on Economic and Financial Statistics zeigt die Leistungsbilanzsalden der wichtigsten Länder der Welt in Prozent des BIP). Nur Saudi-Arabien, die Schweiz, Singapur und die Niederlande haben höhere Überschüsse. Fast alle großen Länder der westlichen Welt haben deutliche Defizite, nur Italien und Spanien haben (vor allem wegen Dauerrezession, Depression und sinkenden Importen) 2013 den Sprung über die Nulllinie geschafft.

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